„Nun zünden wir das Lämpchen an …“

„…. und grüßen froh den Martinsmann, den guten Freund der Kleinen.“

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© JoH 2013
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De dulle Griet

Gerade bog – mit Blasmusik! – eine große Kinderschar mit Laternen ums Eck, und als Niederrheiner und jemand mit kindlichem Herzen, schätze ich mal, muß ich diesen besonderen Tag noch einmal würdigen.

Die Bläser spielten: Weisst Du wieviel Sternlein stehen. Die Kinder lernen nicht mehr, richtig zu singen. In meiner Kindheit zogen wir in Klassen. Die Musiker und Lehrer mit kräftigen Stimmen waren strategisch dazwischen gefügt, und ein jeder bemühte sich ehrgeizig, den Gesang zusammenzuhalten und wohl erklingen zu lassen.

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© JoH, 2012

Unser Liedschatz war gewaltig: Sankt Martin, natürlich. Auch Laterne, Laterne und Ich geh mit meiner Laterne. Dann gab es Der Herbststurm braust durch Wald und Feld – etwas martialisch und sehr beliebt bei den Jungs. Mit dem zweiten Vatikanum und der Erneuerungsbewegung im Kirchengesang tauchten dann neuere Martinslieder auf wie: Nun tu dich auf, du goldnes Tor und eben: Nun zünden wir das Lämpchen an. Und wir kannten alle Strophen auswendig. Ganz zum Schluß wurde noch immer Wor hör ek t’hüss von Theodor Bergmann gesungen.

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© JoH, 2012

Ich ahne ja, dass die Disziplin und Formation noch Überbleibsel vom Untertanen-Deutschland waren, aber es war doch auch schön, gar nicht zackig. Außerdem erlebte man in allen Altersstufen Kinder, deren Gesang wegschmolz, derweil sie gebannt auf ihre leuchtende Laterne schauten und ganz weit weg drifteten. Dazu kam noch ein etwas ruppiger, barscher Wind, der an den letzten Blättern ratterte, oder sogar vereinzelte kalte Regentropfen, für jeden eine Leckertüte mit einem Weckmann, mit Äfel, Nüss und Mandelkern und den Möppkes (Pfeffernüsse), die nicht fehlen durften – ah, Novemberabend zu Sankt Martin!

Zuhause gab es dann Sankt Martin Pöfferkes, gaaaanz früher von Fräulein Agathe aus dem Pommerland, unserer Ersatzoma, für uns bereitet, später von der Familie von Chefarzt Dr. Z. für alle Kinder in der Nachbarschaft; und Pöfferkes gibt es wie eh und je bei uns zu Hause heute abend, im Kreis von Geschwistern und Freunden. Vielleicht singen wir ja auch.

„… Wie warm wird dann die dunkle Welt
wenn sie mit ihrem Licht erhellt
Sankt Martins Kinderscharen.“

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