Gebäude und Räume

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Auf der Theke: vom Verlag Geymüller

Tomáž Valena; Beziehungen
Über den Ortsbezug in der Architektur
Gewöhnlich drücke ich nach kurzem Überfliegen Werbungen weg, die mich per email erreichen, aber diesmal verfing sich mein Blick und ich schickte in freudiger Erwartung die Bestellung los, und nun, wo das Buch eingetroffen ist, kann ich versichern: es ist ein gutes Buch.

Die Beziehung zwischen Architektur und Umgebung – Landschaft, der Raum an sich, bebaut oder frei – das fasziniert mich und es beschäftigt natürlich jeden Architekten, der etwas auf sich hält. Ich liebe Architekturzeichnungen und kartographische Abbildungen und gute Photos und Graphiken von Gebäuden, und „Beziehungen“ ist voll davon. Ich bin sicher, dass auch der Text nicht enttäuscht und die Weite, mit der sich Valena dem Thema nähert. Kurzum: eine Fundgrube.

Ein kleiner Einblick
Die Abbildung von S. 28 aus Luis Buñuels Film Simón del desierto läßt hier im Schnappschuß den Säulenheiligen im Schatten der aufgeschlagenen Seiten verschwinden – bis auf seinen linken Fuß. Aber man kann sehen, was an Inhalt alles einen erwartet. Die Seiten 56 und 57 entstammen dem 4. Kapitel: „Zu einer Phänomenologie des Genius loci“, und die reichbebilderte Doppelseite 96 / 97 illustriert „Mittelalterliche Bezüge“ in der Ortsbindung.

Dies Gedicht aus unserem Deutsch Leistungskurs fällt mir gerade ein:

Winterwende
Stefan George
An Clemens Franckenstein

Ist von mond – von sonne dieser glanz?
Auf verstorbne wege von Byzanz
Bricht er schaudernd flammt er grell
Hain und halle macht er hell.

Spiegelt eine flur von freuden vor
Euch verwaisten gängern bei dem tor
Dass ihr staunt und weint und euch vergesst
Lippe an lippe stumm gepresst.

Welch ein wunder in dem dürren jahr!
Mögt ihr nie an einer totenbahr
Mögt ihr nie im raume kalt und klein
DIES vergessen DIESEM ferne sein!

Eure blicke taten-wach und kühn
Die bis tief hinein ins dunkel sprühn
Scheidend ahnen sie und mahnen sie:
Solch ein strahl erbleicht uns nie..

Na ja, ein bisschen schmachtend, aber vor meinem inneren Auge ersteht da eine böcklinsche Landschaft mit dräuenden antiken Gemäuern.

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Architektur in der Schröerschen

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Berlin und anderswo
Als ich nach langen Jahren zurück in ein offenes Berlin kehrte, suchte ich das Bauhausarchiv am Lützowufer. Ich hielt Ausschau nach einer großen grünen weiten Wiese, aus der sich meiner Erinnerung nach das markante weiße Gebäude mit seinen Bögen und Rampen hell und freistehend erheben würde. Ich fand den Bau nicht und fand ihn nicht. Schließlich entdeckte ich das Bauhausarchiv: versteckt in einer Laubwolke hochgewachsener Bäume, inmitten eines stark bebauten Viertels.

Viele der ungeahnten Brachen aus der Zeit von West-Berlin sind mit der Zusammenschließung beider Stadtteile einer wilden Bauwut gewichen sind. Berlin strotzt aber nach wie vor mit Experimentierfreudigkeit und Neuerungswillen, was auch sein Gutes hat. Hanns Zischler läßt uns Berlin mit seinen Augen sehen und in seinen Gedanken erschließen und vertiefen. Roma Amor verwickelt uns in ein vergnügliches Zwigespräch mit Erik von Senftenberg zum Arkadien Preussens in Potsdam und anderswo, und andere Bücher entführen uns zu entlegenen Orten und Zeiten, zum Beispiel nach Sardinien und Korsika zu Zeiten der Römer. etcetera.

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Architektur in der Schröerschen, 2

Aus dem Hause Stapp
Heute trafen ein paar Bände vom Stapp Verlag ein, über die Geschichte des Teltowkanals, über den Garten der Hannah Höch, über Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten in Berlin und Umgebung, und über Herren- und Gutshäuser in Berlin und Brandenburg.

Es gibt noch mehr Schönes zu entdecken. Schauen Sie doch mal herein.

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