Von oben links im Uhrzeigersinn

idle Dieser Ausschnitt von einem Bild, aufgenommen Anfang November, spricht für sich. „How To Be Idle“ wurde über Wochen so etwas wie ein Witz. Natürlich war der Grund meiner schleppenden Lektüre nicht etwa ein zäher Stoff oder meine Begriffsstutzigkeit. Die Ironie ist, dass ich einfach vor lauter Arbeit oder durch sie verursachte Schlappheit nicht zum Weiterlesen kam. Aber jetzt liegt die Weihnachtszeit beinahe hinter uns, die Inventur ist geschafft, und die letzten Kapitel vom Buch waren dann auch bald gelesen.

Tom Hodgkinson; How To Be Idle sollte mehr Verbreitung finden in der Leserschaft – und vielleicht ein wenig schlanker ediert werden; es gibt hier und da Wiederholungen oder mitunter entsteht der Eindruck, dass ein gewisses Seitensoll für jedes Kapitel erreicht werden musst. M* meinte, dass der Autor sich beim Leser vielleicht jemanden vorstellt, der schon ein, zwei Bier intus hat.

idler
The Idler Academy, Notting Hill, London Photo by dovegreyreader.co.uk

Ich weiss gar nicht mehr, ob ich durch den dovegreyreader-Blog auf Hodgkinson kam oder durch ein Interview im Fernsehn; aber das Thema lud mich ein. Es gibt gute Besprechungen zum Buch auf dem „Netz“ zu finden. Mich entzücken die Vignetten dazu in der englischen Ausgabe und außerdem finde ich den Titel (etwa: wie man abhängt) etwas gesteltzt übersetzt: „Anleitung zum Müßiggang“ (Suhrkamp / Insel).  Das Buch ist voller Anregungen und Entdeckungen und schöner Zitate und, wie ich finde, es trägt auch schon Früchte bei mir; denn beim und nach dem Lesen guckt man anders aus den Augen und ist insgesamt ein wenig verzaubert und wird auf eine erfrischende Art rebellisch, und das in allerbester Gesellschaft durch die Jahrhunderte der Kultur- und Sozialgeschichte.

Mehr zum Buch sage ich nun nicht, weil ich ja zum zweiten Mal ansetze, die jüngsten Eingänge vorzustellen.

jan

Mit einem Satz hinein

Und da bin ich nun heute dazu gekommen, etwas in das Buch oben links hineinzulesen:

linkeDorit Linke
Jenseits der blauen Grenze
Magellan

„Wenn wir Sachsen-Jensi am Kurfürstendamm wiedersehen, wird er noch immer seine blöde Popperfrisur haben. Und sein BMW wird alt und verschrammt sein, aber das wird ihm nichts ausmachen.“

Das Buch ist letzten Sommer schon erschienen. Es steht diesen Monat auf der Auswahlliste vom Deutschlandfunk: Die besten sieben Bücher für junge Erwachsene im Januar, und die Leseprobe war vielversprechend. Ich brauchte etwas Zeit, um den ollen Sachsenwitz mit Angola zu verstehen, aber es gibt noch unendlich mehr über diese so lange verschlossene Seite Deutschlands zu lernen, habe ich den Eindruck, wenn man sich mit Hanna und Andreas ins Abenteuer stürzt und mit ihnen zurückblickt auf die Zeit, bevor sie in die Ostsee hinausschwammen, Richtung Westen. Es ist gut geschrieben, mit einer gelungenen Mischung von Witz und Ernst.

Mit einem Satz – von mittendrin – wieder ‚raus:

„Auch ich dämmere davon. Unter uns schlagen die Wellen an die Tonne, manchmal höre ich gurgelnde Geräusche. Ich ziehe die Badekappe fest über meinen Kopf, damit der Wind meinen Ohren nichts anhaben kann. Manchmal schaue ich über das Wasser. Falls ein Schiff vorbeifährt, sollten wir nicht pennen.“

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