Etel Adnan, Tales from Shakespeare, Angelika Klüssendorf, Ismail Kadare

adnan
Nautilus

Vorlesen am Montag im Februar

Lyrik kommt zum Schluß

Am letzten Montag im Januar gab es eine besondere Vorleserunde. Es las der Dichter selbst. Gedichte entstehen auf verschiedene Weise und auf verschiedenen Wegen und aus verschiedenen Gründen, aber irgendwann gelangen sie, scheint’s, doch an andere Ohren und in andere Köpfe, Gedanken, Herzen, Gefühle, und hinterlassen eine Spur oder klingen nach. Wir hörten in einer ungewöhnlich bevölkerten Runde von Acht (Dichter inklusive) eine Auswahl unveröffentlichter Gedichte von Siegfried M. Marg, die über gut zwanzig Jahre entstanden sind, teils öfter überarbeitet. Es ist immer ein Erlebnis, wenn es eine kleine Folge von Wörtern und Aussagen schafft, Momente, Gedanken freizusetzen, als geschehe es auf ein Neues, als sehe man selbst, röche, fühlte, was war, als das Gedicht entstand.

Der vierte Montag im Februar, der Lyrik Montag, beschert uns Prosa von Etel Adnan, über die ich kurz im November geschrieben hatte, unter: „Unabhängig, stark und glücklich„. Der Nautilus Verlag schreibt im Klappentext zu „Reise zum Mount Tamalpais„:

In diesem Künstlerbuch verschmilzt die Poesie des Nachsinnens mit den Zeichen der Malerei.

Tatsächlich ist Adnans Sprache so präzise und tiefgründig, dass es wie Dichtung in des Wortes Sinn anmutet. Deswegen diese ungewöhnliche Wahl für den Lyrik Montag. K.* und ich heckten diesen Plan aus, und K.* wies noch auf den Artikel vom November über Etel Adnan hin, in der FAZ, von Annabelle Hirsch: Künstlerin Etel Adnan / Das Leuchten der Zukunft

Aber los geht es wieder mit Shakespeare

sha_liebesm
dtv

Da hatten wir am letzten Shakespeare Montag im Galopp das wilde Ende der Kommödie „Verlorene Liebesmüh“ gelesen, was absurde Züge annahm,weil wir nur zu zweit waren, und zwischen einem dutzend Rollen wechselten. Welche Überraschung, als ich beim Lesen über die Weihnachtstage des unbekannten Thomas Hardy Romans „A Laodicean“ ausgerechnet auf den in Fachkreisen als zweifelhaft und unbedeutenderen Shakespeare des Love’s Labour’s Lost stieß! Das Stück findet dort eine Aufführung und ist ein Schlüsselereignis in doppelter Hinsicht, wie mir scheint; denn auch Hardy kämpfte etwas mit einem ungebügelten und nicht sonderlich erfolgreichen Stoff. Das tut in beiden Fällen dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Beim ganzen Zirkus der „Männerakademie der mönchischen Tugenden“ in Navarre (Henry IV lässt grüßen – noch so ein Projekt, dass ich eigentlich weiterführen möchte) um den Kreis der erlesenen Damen aus Frankreich musste ich an das Liedchen denken aus Go In And Out The Window:

mma_window
(out of print, from private shelf)

I had a little nut tree,
Nothing would it bear
But a silver nutmeg
And a golden pear;

The King of Spain’s daughter
Came to visit me,
And all for the sake
Of my little nut tree.

Die Geschichte geht natürlich anders, aber irgendwie trifft’s die Stimmung, und ich kann es nicht erklären. Eine wichtige Szene in der Mitte versammelt allerdings die gesamte Herrenschar auf und hinter und um den Baum, wo sie Deckung suchen, um nicht beim Ausdruck ihres Sinneswandels erwischt zu werden. Die Szene gefiel mir sehr gut.

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A Midsummer Night’s Dream

Jetzt wird also ein neues Kapitel aufgeschlagen, und zwar ist in der Reihenfolge das berühmte, berühmte Stück „Ein Sommernachtstraum“ dran. Wo wir so weit entfernt vom Sommer sind, werden wir am Shakespeare Montag im Februar aber noch die Nacherzählung von Charles und Mary Lamb voranschalten. Alle Shakespeare Montage sind auf Englisch. Also geht es los mit „A Midsummer Night’s Dream“ aus „Tales from Shakespeare“. Am ersten Montag im März starten wir dann mit dem eigentlichen Stück, bei verteilten Rollen.

Vorlesen am Montag
Vorlesen am Montag

Was sonst noch aufgetischt wird im Februar

Am zweiten Montag wird weiter im Roman „April“ gelesen. Das „Das dritte Kapitel“ wird diesmal aus der Erzählung von Kadare, Der Raub des königlichen Schlafs sein. Hier ist das ganze Februar Programm als PDF zum Anschauen, Planen und Ausdrucken. Ein Jeder ist herzlich willkommen zum Zuhören, Mitlesen, Sinnieren bei Tee und Knabberles.

* K. steht für Kunde

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