‚Vorabend‘ von Peter Kurzeck klingt lesenswert

flaute
Ludolf Bakhuizen (1630 – 1708); Flaute
vorabend
aus: Berliner Zeitung Nummer 133, Donnerstag, 9. Juni 2011

Solange im Zuge der erzwungenen Umrüstung des Dienstleisters das Internet im Laden mit schlappen Segeln auf stiller See liegt (voraussichtlich bis zum nächsten Dienstag), komme ich dazu, alte Zeitungsrezensionen zu sichten, und stoße hier und da auf vielversprechende Entdeckungen. Heute also eine Besprechung von Katrin Schuster ‚In der Blaupausenlandschaft‘

Das Buch ‚Vorabend‘ handelt unter vielem Anderen von diesem, was mich faszinierte:

vom Radio, das den Kanarienvogel ersetzt

Der Roman ist über 1000 Seiten dick, und Kurzeck hat damit einen festen Vorsatz, wie Katrin Schuster seinen Erzähler zitiert:

Man müßte, sagte ich, die ganze Gegend erzählen, die Zeit! Und herbeireden alles, was nicht mehr ist.

Das ist in diesem Falle die alte Bundesrepublik der drei Nachkriegs-Jahrzehnte. Aber Literatur hat immer diesen Auftrag, herbeizureden, was nicht (mehr) ist – oder was einem fremd ist in der Zeit, im Ort, im Anderen. Das Buch von Peter Kurzeck ist inzwischen als Taschenbuch beim Verlag S. Fischer zu haben, aber ich würde mich nicht wundern, wenn es verdiente, in seiner gebundenen Form bei Stroemfeld gekauft zu werden, wo es erstmals im März 2011 erschien.

So wird dieser fünfte Band vom Verleger ins Programm geordnet:

Seit Mitte der neunziger Jahre arbeitet Peter Kurzeck an dem großen autobiographisch-poetischen Projekt Das alte Jahrhundert. Die ersten vier Bände sind bereits erschienen:
Übers Eis (1997)
Als Gast (2003)
Ein Kirschkern im März (2004)
Oktober und wer wir selbst sind (2007)

Peter Kurzeck starb Ende 2013. „Vorabend“ war sein letzter Roman.

siehe auch: hotlist 2011 (aus dem Archiv)

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