Lesewinkel

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im Mai 2015

 

Bibliotheken sind die geistigen Tankstellen der Nation

So hat es schön Helmut Schmidt formuliert, und solch eine Tankstelle gibt es jetzt in der Schröerschen. Am Wochenende habe ich dort ein Regal eingerichtet mit allen Büchern, die es bei uns zu Hause doppelt und dreifach gab, was eine kuriose Mischung hervorbringt.

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Lesewinkel (Bibliothek der alten Bücher) – und rechts: ‚Daniela’s Choice‘ (neue Bücher aus dem Programm der NYRB Classics und mehr, zum Kaufen)

Nun ist jedermann eingeladen, diese Bücher zu lesen ‚in situ‚, (wie E* es formuliert, die einmal in die Archäologie hineingerochen hatte), also im Lesewinkel, oder auf ordentliche Ausleihe (1 € Ausleihgebühr für den Kulturfonds, Adressen-Angabe, ein-Monats-Frist, Überziehungskosten je ein weiterer Euro pro angefangenem Monat).

Ich bestelle gerne auch die lieferbaren Ausgaben der Titel im Lesewinkel zum Kaufen. In Einzelfällen kann das vorhandene Buch auch zu Marktwert (ZVAB) antiquarisch erworben werden (geht alles in den Schröerschen Kulturfonds), aber diese Branche überlasse ich gewöhnlich der Bücherhalle um die Ecke oder den anderen Antiquariatskollegen.

Auf dem Tisch liegen sehen Sie zwei jüngere Ausgaben der New York Review of Books, und ich würde mich glücklich preisen, dafür öfter Leser hier zu finden. Schon beim Lesen der Tageszeitung denke ich oft, was für Helden doch Journalisten sind, die immer wieder wunderbar** über Tägliches schreiben, wohlwissend, dass es vermutlich am nächsten Morgen schon vergessen ist. So ein Literaturmagazin wie die NYRB wird da schon öfter bewahrt und zum Nachschlagen hervorgeholt, und es lohnt unbedingt.

** Dafür habe ich die Rubrik ‚Aufgehoben‚. Heute wird im Zusammenhang mit der neuen Tatort-Kommissarin in der Berliner Zeitung auf der Titelseite! beispielsweise auf das selten vorkommende Dehnungs-Vokal hingewiesen – (wie das i in Broich = Brooch ausgesprochen.  Autor und ordentliches Zitat werden nachgeliefert, habe ich gerade nicht zur Hand.) Ich bin wieder mal entzückt!

Im übrigen gilt natürlich auch in der Schröerschen Buchhandlung: wenn zum Lesen das Bücherkaufen kommt, unterstützt dies die fortwährende Existenz.

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5 Kommentare zu „Lesewinkel“

  1. Ich finde, die NYRB ist wirklich das Sahnehäubchen auf der Torte geisteswissenschaftlicher Betätigung. Selbst Artikel zu völlig unbekannten Themen beglücken durch ihren Scharfsinn und sprachliche Gewandtheit. Wer sein Englisch aufpolieren möchte, sollte unbedingt regelmäßig darin lesen.

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      1. Vielleicht weil ich es mir beim Lesen derselben meistens gut gehen lasse, also Käffchen und Kuchen dürfen nicht fehlen. Oder einen Bagel, wie die Hipster in NY… aber ich denke, ich werde mir jetzt einfach mal Gedanken über mein Mittagessen machen. Dir noch einen schönen Tag.

        Gefällt 1 Person

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