Tan, Sontag, Bedford

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Drei Neuzugänge zwecks Verbreitung
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*England – Connection
*Archiv

Mit einem Satz hinein

Shaun Tan
Eric

Some years ago we had a foreign exchange student come to live with us.

oder in der Übersetzung von Eike Schönfeld, in der deutschen Ausgabe bei Carlsen in gleicher Ausstattung:

Vor ein paar Jahren wohnte ein Austauschschüler bei uns.

Eric – so heißt er, und ihn dank dieser wunderbar illustrierten Geschichte auch kennenlernen zu können ist ein Geschenk, dass man des kleinen Formats wegen schnell übersehen könnte. Drum stoß ich, wie es bei mir zuvor meine England-Connection getan hat, Ihre Nase mal auf diese feine Templar Ausgabe.

***

Sybille Bedford
A Legacy

I spent the first nine years of my life in Germany, bundled to and fro between two houses.

Hier geht es um die Geschichte zweier Familien vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. In die berliner Familie der bourgoisen jüdischen Merz heiratet ein Mitglied der bayrisch-katholischen Familie Felden. Bei S. Fischer und auch bei Rowohlt ist der Roman (Ein, bzw Das Vermächtnis) vergriffen. Lieferbar und vorrätig ist die feine Ausgabe im Original, bei NYRB Classics erschienen, mit einer Einführung von Brenda Whinapple, die schreibt:

A Legacy, [Sybille Bedford’s] finest novel, and superb by any standards, is partly about memory, both personal and cultural […] its narrator, a woman shortly before the advent of World War I (like Bedford) […] pieces together her peculiar inheritance from the rumors, innuendoes, and snatches of conversation she heard as a child: the tale of a long-ago family scandal that once almost toppled the government.
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‚Daniela’s Choice‘ im Mai 2014

Daniela’s Choice
Daniela sagte eines Tages: „Möchtest Du nicht ein Regal mit den NYRB Classics starten, nur mit Titeln, die original auf Englisch erschienen sind?“ Und ich fand das eine schöne Idee und habe seitdem schon etliche Titel verkauft und nachbestellt.

Die Schröersche Bibliothek der NYRB Classics wird mit diesem Band weitergepflegt. Sie finden eine illustre Schar an Romanen und Essays im kleinen Regal ‚Daniela’s Choice‘ im Laden. Übersetzte Titel aus anderen Sprachen bestelle ich natürlich auch gerne. (siehe z. B. Kierkegaard)
siehe auch Beiträge zu NYRB Classics:
Tove Jansson; The Summer Book
Patrick Leigh Fermor; A Time to Keep Silence
***

Susan Sontag
Regarding The Pain of Others

In June 1938 Virginia Woolf published Three Guineas, her brave, unwelcomed reflections on the roots of war.
Im Mai warb Reporter ohne Grenzen für ‚Fotos für die Pressefreiheit‘, aber mir fiel dann dieser Essay statt dessen ein, auch wenn er nicht direkt die Arbeit der Organisation unterstützt, wie dies der Verkauf des Fotobands tut. (Ich bestelle ihn gerne für Sie). ‚Das Leiden anderer betrachten‘ heißt die deutsche Ausgabe, übersetzt von Reinhard Kaiser und, wie alle Titel von Sontag, im Verlag S. Fischer erschienen. Unter dem Eindruck der in unserer Zeit entfesselten Kriege in Afghanistan und im Irak schrieb Susan Sontag diese Gedanken. Auf dem Penguin Einband steht:
[Dieser Essay] wird unser Denken ändern, nicht nur, was den Gebrauch und die Bedeutung von Bildern betrifft, aber auch zum Wesen des Kriegs, zu den Grenzen des Mitgefühls und zur Pflicht des Gewissens.
zur Abb.: Die schöne Karte  ‚Tea Break‘ kam per Post von England; der Linoldruck – oder ist es ein Holzschnitt? – ist von John O’Connor, bei Artists‘ Cards.
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10 Kommentare zu „Tan, Sontag, Bedford“

  1. I’m especially interested in this book from an animal liberation point of view. I want to find out more about the origin of empathy, and why some have it but others not.

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    1. richtig, Almathun, das ist ja eins der frühen Themen auf Deinem Blog: Mensch und Tier (Bear, Marian Engel). Als ich übers Wochenende von Magda Szabó ‚Die Tür‘ las, begegnete mir das Thema gerade wieder, und zwar auf Gegenseitigkeit. Beeindruckend ist das Portrait von ‚Viola‘ dem Hund, der übrigens ein Er ist, und an dessen Beispiel Mitgefühl durchkomponiert wird. Soeben hat aber ein Kunde das Buch von Susan Sontag gekauft, habe ich aber schon wieder nachbestellt, dauert nur ein paar Tage (Besorgungstitel).

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  2. Dear Schröersche, thanks a lot! I will write to your email address this evening, promptly. Sorry for answering your post so late, but my da*n WP account somehow did not inform me about your reply.

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    1. Almathun, meinst Du (ich nehm mir mal die Freiheit) das Buch von ihr im Laden oder die Person unter den Lebenden?
      Susan Sontag starb leider vor einigen Jahren. Dieser Essay ist einer der letzten Sachen, die sie geschrieben hat. Ja, das Buch ist noch in der Schröerschen vorrätig. Lieferbar ist es auch auf Deutsch. Ich finde es unbedingt lesenswert, schon kulturgeschichtlich betrachtet, aber auch als eine ernste Auseinandersetzung mit der Tatsache, dass fast täglich menschliches Elend uns in Bildern erreicht; wie wir damit umgehen. Sontag hat auch gut geschrieben, obendrein.

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      1. Thank you, Schröersche, i would like to read this book in English. Is it available in your shop? I browsed your online store but couldn’t find anything there.

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      2. Nach und nach“ ist wirklich so gemeint. Es ist mit dieser preiswerten shop-Variante sehr zeitaufwendig, die Bücher zu katalogisieren und vor allem, den aktuellen Stand zu halten. (Ich tippe da lieber Blogbeiträge) Aber das Photo auf dem Blog zeigt, dass es da ist, liebe Almathum.

        I would be delighted about your order. (Susan Sontag; Regarding The Pain Of Others 14,80 €, ausnahmsweise ohne Versandkosten). Please let me know: info(at)buch-haimberger.de

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  3. Liebe Birgit;

    kann es sein, dass Du die Mitfords meinst? Bei Berenberg erschien von Jessica Mitford (die Rote in der Schwestern-Schar) ‚Hunnen und Rebellen‘, und die ganze Truppe ist tatsächlich im Gespräch.

    Alles, was deutsch erschienen war von Sybille Bedford (zuletzt, 2011, ein Gerichtsreport, im Jahr davor der Roman ‚Rückkehr nach Sanary‘), ist derzeit vergriffen.

    ‚Legacy‘ reizt mich, weil der Roman das Berlin Anfang 1900 beschreibt und wir im Vorlesekreis im Sommer anfangen wollen, einmal im Monat Alfred Döblin zu lesen. Toll, wa? Ich bin da sehr gespannt. Zu ‚Henri Quatre‘ hör ich – leider – hauptsächlich zirpen (soll heißen: Funkstille). Natürlich zieh ich das trotzdem durch, und gerne. Vielleicht sieht es bei ‚Alexanderplatz‘ aber anders aus. Gestern fragte ich hier im Antiquariat nach einer Kopie, und sie sagten mir, dass allmonatlich ein Exemplar auftauche, ein, zwei Tage stehe und gleich gekauft werde. Das hat mich gefreut, zu hören.

    Gruß, Margarete

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  4. Die Familie Bedford ist derzeit wieder sehr im literarischen Gespräch – auch durch entsprechende Biografien und Sachbücher. Ich muss mich dem komischen Haufen jetzt mal literarisch annähern, vielleicht ist da aber ein Roman von Sibylle der richtige Einstieg?

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