Napoleon, ein Nachklang

napoleon_ashmoleon
It was not Napoleon
Who founded the Ashmoleon.
He hardly had a chance
Living mostly in France.

Noch ein bischen Spott tut gut, dieweil unsere Große Armee sich wieder in den Ostmarken aufstellt.

Dieser putzige Vierzeiler* nebst Zeichnung stammt von G. K. Chesterton, und Leser M*** sandte ihn freundlicherweise zu, nebst Schnulze von Andreas Baertels und Toni Berger vom Nockalm Quintett – etwas, worauf ich niemals käme, was doch schade ist, in diesem Fall – ,und den Hinweis auf Schumanns Liedfassung des Heine Gedichts: „Die zwei Grenadiere“, das ich, gesungen vom großen Fritz Wunderlich, selbst schon von eh‘ geliebt habe. Die Schallplatte, aus Herder-am-Ku’Damm-Zeiten, ist verschollen, und ich kann im Netz partout keine Wunderlich-Version finden – wie verhext. Aber andere singen’s ja auch schön.

[* Etwa: Er war es nicht, der Napoleon, / der schuf das Museum Ashmoleon. / Er hatte dazu kaum ’ne Chance; / denn er lebte zumeist ja en France. ]

* * *

EINSAM WIE NAPOLEON

Die Nacht ist so wie Champagner,
gefährlich und schön.
Ich hab‘ tief in deinen Augen
den Himmel geseh’n.
Der erste Kuss vor deiner Tür,
dann sagst du nein,
du kannst nicht mit zu mir.

Und jetzt steh ich da,
war dem Sieg so nah,
wie Napoleon.
Ein gezähmter Mann
tritt den Rückzug an,
wie Napoleon.

Bei unser’m ersten Rendezuvous,
warst du mein süsses Waterloo.
Ganz genau so wie Napoleon,
hab‘ ich die Nacht und dich verlor’n.

Ich hab‘ schon so viele Herzen
erobert im Sturm.
Jetzt macht sich mein Selbstbewusstsein
ganz leise davon.
Mit dir heut‘ Nacht, hab‘ ich gedacht,
doch du hast mich nur schallend ausgelacht.

Und jetzt steh ich da,
war dem Sieg so nah,
wie Napoleon.
Ein gezähmter Mann
tritt den Rückzug an,
wie Napoleon.

Bei unser’m ersten Rendezuvous,
warst du mein süsses Waterloo.
Ganz genau so wie Napoleon,
hab‘ ich die Nacht und dich verlor’n.

Quelle: Nockalm Quintett

* * *

schumann

heine_reclam
Reclam

Die Grenadiere.

Nach Frankreich zogen zwei Grenadier’,
Die waren in Russland gefangen.
Und als sie kamen ins deutsche Quartier,
Sie ließen die Köpfe hangen.

Da hörten sie beide die traurige Mär:
Dass Frankreich verlorengegangen,
Besiegt und zerschlagen das tapfere Heer, –
Und der Kaiser, der Kaiser gefangen.

Da weinten zusammen die Grenadier’
Wohl ob der kläglichen Kunde.
Der eine sprach: Wie weh wird mir,
Wie brennt meine alte Wunde!

Der andre sprach: Das Lied ist aus,
Auch ich möcht mit dir sterben,
Doch hab’ ich Weib und Kind zu Haus,
Die ohne mich verderben.

Was schert mich Weib, was schert mich Kind?
Ich trage weit bess’res Verlangen;
Lass sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind, –
Mein Kaiser, mein Kaiser gefangen!

Gewähr’ mir, Bruder, eine Bitt’:
Wenn ich jetzt sterben werde,
So nimm meine Leiche nach Frankreich mit,
Begrab’ mich in Frankreichs Erde.

Das Ehrenkreuz am rothen Band
Sollst du aufs Herz mir legen;
Die Flinte gib mir in die Hand,
Und gürt’ mir um den Degen.

So will ich liegen und horchen still
Wie eine Schildwacht, im Grabe,
Bis einst ich höre Kanonengebrüll
Und wiehernder Rosse Getrabe.

Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab,
Viel Schwerter klirren und blitzen;
Dann steig’ ich gewaffnet hervor aus dem Grab, –
Den Kaiser, den Kaiser zu schützen.

siehe auch: 18. Juni 1815

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