Henri Quatre Colloquium: in illustrer Gesellschaft

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Bildquelle: getty images

Thomas Mann an Heinrich Mann,
Küsnacht, 1. September 1935 [Auszug]:

Bei der Heimkehr fand ich ein Lese-Exemplar Deines Henri hier vor. Ich beginne …

in: TM / HM – Nachtrag, S. 194

* * *

Thomas Mann: Tagebucheintragung,
Küsnacht, 2. September 1935 [Auszug]:

Lektüre im Henri IV., gefesselt.

in: Thomas Mann: Tagebücher 1935 – 1936. Herausgegeben von Peter de Mendelssohn. Frankfurt am Main: S. Fischer 1978, S. 168.

zitiert aus dem Materialienanhang der Studienausgabe im S. Fischer Verlag, zusammengestellt von Peter-Paul Schneider, 4. Aufl. 2009

* * *

mann_sekundLiebe Colloquianer;

Sind zwei schon ein Colloquium? Dank Thomas Manns sind wir schon drei, und außer ihm sind vermutlich noch stille Teilnehmer unter den Lebenden, bei dieser fortgesetzten aufmerksamen Lektüre von Heinrich Manns großem Roman: Die Jugend des Königs Henri Quatre.

Morgen öffnet im Kommentarteil das Forum zum Kapitel: Die Blässe des Gedankens. Wie geht man um mit einer frischen Vergangenheit fortgestzter Grausamkeiten? Wie stabilisiert man einen Staat, den Bürgerkriege zerrüttet haben, ein Land voller Täter auf allen Seiten? Was meint Heinrich Mann mit der Blässe des Gedankens? Finden Sie auch, dass Manns Erzählton manchmal wie Grimms Märchen klingt? usw.

hqc
Henri Quatre Colloquium

Gestern traf die letzte Ausgabe der New York Review of Books ein, worin Anka Muhlstein „The Rival Queens: Catherine de’ Medici, Her Daughter Marguerite of Valois, and the Betrayal That Ignited a Kingdom“ by Nancy Goldstone bespricht: „The Victory of Queen Margot„.

Jeder ist herzlich eingeladen, in die Gesprächsrunde einzutreten, zu allen bisherigen Kapiteln. Zu den Beiträgen mit ihren Kommentaren finden Sie hier.

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6 Kommentare zu „Henri Quatre Colloquium: in illustrer Gesellschaft“

  1. hört sich sehr spannend an und an den Thomas Mann musste ich in Wien oft denken, als ich versuchte das Wienerische zu verstehen, so wie die Konsulin Buddenbrook im Gespräch mit dem Herrn Permaneder… herrlich! Das wäre dem Heinrich vermutlich alles zu blass gewesen.

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    1. „Es is halt a Kreitz“ – ah, ich erinnere mich, Deutsch Oberstufe, vor vielen, vielen Jahren. Permaneder war, so meine ich, ein rechter George Grosz – Kaiserzeiten Typ, aber Bayer, oder? Gar nicht so blass gezeichnet, diese Figur. Bruder Heinrich hatte daran bestimmt nichts vermisst. Es sind ja persönliche starke Eindrücke von Thomas, die in die Schilderungen flossen, denke ich bei den Buddenbrooks. Ästhetik und Vergeistigung kamen doch später stärker auf, in der Joseph-Trilogie, oder?

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      1. Bayer, Wiener, Schwabe… auf jeden Fall jenseits des Weißwurstäquators. ;-) Soviel ich weiß, hat der Heinrich den Thomas schon früh wegen seiner „unpolitischen“ Haltung als Schreiberling kritisiert. Vermutlich wäre ihm eine Gestalt wie Permaneder als Kontrastprogramm zu den nervösen Buddenbrooks thematisch zu blass erschienen, so mein Gedanke. Die beiden haben ja eine Zeitlang gemeinsam in München gelebt, wenn ich mich recht erinnere. Jetzt weiß i fei ned, ob der Heinrich die unterschiedliche Mentalität und Mundart des Süddeutschen ebenfalls so ironisch verarbeitet hat, in seinem Werk.

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      2. Vielen Dank auch für die Zusendung der Susan Sontag. Leider konnte ich in die Materie noch gar nicht einsteigen, war doch soviel anderes noch zu erledigen in den letzten Wochen. Trotzdem ein großes Dankeschön!

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      3. Thomas der Emfindsame hat nur etwas länger gebraucht, scheint mir, sich durch Kindheit und Familie und persönliche Untiefen hervorzuwühlen zu einem klaren Blick auf seine Zeit, und da hat er dann ja tapfer aufgeholt. Wenn man aus liberalem Bürgertum kommt, muß es irgendwann aufstoßen, was da im Land vor sich geht. So jedenfalls meine Laienvorstellung – und Hoffnung.
        Stimmt, almathun: Mundart im Werk. Heinrich Mann verwendet in Henri Quatre eher Marotten, arbeitet mehr auf visueller Ebene. Er experimentiert eher mit seiner Sprache, verwendet Rhythmus, kommt aus dem Expressionismus, inszeniert, aber alles ohne Slang oder Dialekt. Es fällt mir da übrigens, so nebenbei, „Bill Bo und seine sechs Kumpane“ von Josef Göhlen ein. Der hat nun allerdings sprachlich ausgekostet, dass die Landsknechte in der Zeit der Religionskriege ein aus allen Zipfeln des Reichs zusammengewürfelter Haufe war, mit mundartlich buntem Durcheinander.

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