Warum K.* manchmal länger warten muss

Von den Kundenbestellungen

Serendipität nennt man, seit Walpole, wenn man bei einer Suche eine überaschende Entdeckung macht. Manchmal läuft es aber drollig.

pindar
Reclam (Ü: Eugen Dönt)

* K.* hat den lobenswerten Vorsatz gefasst, mit Pindar (518 – 446 v. Chr.), der „der letzte und größte Dichter der altgriechischen (dorischen) Chorlyrik“** ist, sein Altgriechisch frisch zu halten und deswegen das feine zweisprachige Reclam-Bändchen bestellt. Im großen Vorratslager des Auslieferers hat aber der hilfreiche Lagerarbeiter das falsche Fach oder die Regal-Etage drüber, bzw. drunter erwischt, weswegen statt dessen ankam:

irr
Irrläufer

Das ist nun keine Tragödie, aber auch kein Grund, Oden anzustimmen. Es dauert halt nur etwas länger, bis dass der eigentliche Pindar eintreffen wird.

** laut Goldmann Ausgabe

Für die Wartezeit hier ein paar Perlen aus dem heimischen Buchbestand, einer Goldmann Klassiker Ausgabe aus dem Jahre des Herrn 1958, mit der liebevollen Übersetzung von Herrn Ludwig Wolde –

pindar _wolde
Aus privatem Buchbestand

Ludwig Wolde genannt Lutz (1884-1949), der als nobler Humanist, Freund der Antike, und feine Wäger des Wortes bezeichnet wurde und als vielseitig begabt galt.

(siehe: St. Magnus-Seite, Haus Schotteck)

Hier aus seinem Vorwort:

Wie der Seelenadel des Mannes von innen durch Lässigkeit und Dünkel gefährdet wird, so bedroht ihn von außen das Niedrige in Gestalt von Schmeichlern, Mißgünstigen und andern Niederträchtigen. Sich dieser Widersacher zu erwehren, gehört zu den schwersten Lasten des Daseins.

Und hier ein Zitat aus der zehnten pythischen „Ode für Hippokleas, den thessalischen Knaben, nach seinem Sieg im Doppellaufe“, die beginnt: „Glückliches Lakedaimon / Und du, gesegnet‘ Thessalien!“ und endet:

Die Probe des Steins zeigt,
was Gold ist; so zeigt sie auch
Rechtliches Denken.
Die Brüder wollen wir nun
preisen, die wackren; es lebt
Durch sie der Thessaler Ordnung und wird
Mächtig durch sie. Pflicht der Edlen ist’s, daß
Sie über Städte rechtschaffen herrschen nach
Väterart.

hqcUnd das ist ein passender Auftakt zur heutigen Einberufung des Henri Quatre Colloquiums, über das bald ein Eintrag hier folgt.

* * *

* K.* steht für Kunde. siehe auch: Geschichten von K.*

PS.: die Zeilen mit den Anfängen „Was Goldes ist“,  „preisen“, und „Väterart“ gehören eingerückt, wobei, im Versuch, ich WordPress nicht austricksen konnte.

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1 Kommentar zu „Warum K.* manchmal länger warten muss“

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