Goethen

zu den Büchern – und mehr Goethe gerne auf Bestellung

Der Geburtstags Goethes ist vorbeigerauscht unter den Vorbereitungen zum Internationalen Literaturfestival, aber geht es Ihnen auch so, dass fremde Quellen mitunter erstaunliche Fakten in den Vordergrund rücken? Deswegen übersetz ich hier noch nachträglich die Würdigung aus der Feder von Garrison Keillor, von The Writer’s Almanac:

Der Vater der deutschen Literatur, der Verfasser des epischen Dramas Faust*

kaillor_geburtstagDes Schriftstellers Almanach Aus Garrison Keillors The Writer’s Almanac für den deutschsprachigen Leser

[Am 28. August 1749 wurde Johann Wolfgang von Goethe in Frankfurt geboren.]  Er zog 1786 nach Italien, und als er 1788 nach Deutschland zurückkehrte, verliebte er sich in eine Frau aus Weimar, Christiane Vulpius, 23 Jahre alt und 16 Jahre jünger als er. In jenem Jahr schrieb er ihr ein Epithalamion, eine gewisse Gedichtgattung, wie sie für die Braut auf ihren Weg ins Brautgemach verfasst wurde. Aber heiraten tat er sie nicht, statt dessen lebte das Paar 18 Jahre lang unverheiratet zusammen.

1806 waren sie immer noch zusammen, unverheiratet und mit Kindern, als eines Abends irgendwelche napoleanischen Soldaten – betrunken – in ihr Heim in Weimar eindrangen. Goethe war schreckgebannt, aber Christiane schrie auf die Soldaten ein, wehrte sie ab mit bloßen Händen und beschützte den verstörten Hausherrn. Nach einem längeren Handgemenge drängte sie die Soldaten aus dem Haus und verbarrikadierte Küche und Keller, sodaß die Soldaten nicht versuchen konnten, mehr von den Speisen zu stehlen. Dankbar für die tapfere und standhafte Frau, die ihm Leben und Haus gerettet hatte, ging Goethe gleich am nächsten Tag zur Kirche und heiratete sie, seine Geliebte für 18 Jahre.

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David Levine; S. 954 in: „NYRB The Reader’s Catalog“, aus Privatbesitz

1806, im selben Jahr von Hausinvasion und Hochzeit, veröffentlichte Goethe eine Vorabfassung vom Teil I seines opus magnus, Faust, die Geschichte des hervorragenden Gelehrten Heinrich Faust, der einen Pakt mit dem Teufel schließt. Die große Epik bringt alles: Verführung, Mord, Schlafdrogen, ein illegitimes Kind der Liebe; einen herrenlosen Pudel, der sich als Teufel entpuppt; Verträge, mit Blut unterzeichnet; Kerkerhaft, himmlische Stimmen und Erlösung. Es wird oft „Das Drama der Deutschen“ genannt. Es wird auch als „Lesedrama“ bezeichnet, weil es zum Lesen gedacht ist eher als zur Aufführung. Goethe verwandte 50 Jahre Arbeit an diesem zweiteiligen Meisterwerk; er schloß Teil II 1832 ab, in seinem Todesjahr.

Goethe schrieb: „Alles in der Welt läßt sich ertragen, / Nur nicht eine Reihe von schönen Tagen.“ Und: „Entzwei und gebiete! Tüchtig Wort; /Verein‘ und leite! Beßrer Hort.“ Und: [**“That is the true season of love, when we believe that we alone can love, that no one could ever have loved so before us, and that no one will love in the same way after us.”]

***

[* Wie Garrison Keillor zu der Idee gelangt, dass Faust episches Drama sei, bleibt mir ein Rätsel]

[** wenn einer das Originalzitat beisteuern könnte, würde mich das freuen. Ich hab es in den onmöndig*** vielen Goethe-Aphorismen zur Liebe nicht finden können.]

***Kävels Platt für: unglaublich, ungeheuer, gewaltig

***

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Königshausen & Neumann

Für einen anderen frischen Blick auf Goethe und seine Zeit siehe auch:
Andrea Schütte-Bubenik; Eine unerhörte Reise in die Goethezeit
Handbuch für Kulturverdrossene

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