Silvia Bovenschen; Sarahs Gesetz

bovenschen
S. Fischer

Von Zetteln und vom Abholfach

Anfang August habe ich dieses Buch bestellt, und jetzt ist es da. Gewöhnlich schreibe ich bei Bestellungen für K.* oder fürs Lager Zettel, damit ich weiß … Zu dumm, wenn ich das vergesse, weil es mich, den Augenmenschen, völlig ratlos läßt. Für K. war es vermutlich nicht, weil in all der Zeit keiner nachgefragt hat und das e-mail-Fach nichts aufweist, was eine Benachrichtigung erforderte. Alles in Allem holen die Besteller treu ihre Bücher ab, aber es kommt schon vor, dass K. mich vergisst. Zur Zeit wären da noch Bücher von Alison Bechdel (Are You My Mother?), Paulo Coelho (Der Alchimist) und das antiquarisch besorgte „Einakter und kleine Dramen des Jugendstils“ abzuholen; und das ein oder andere Buch ist über die Jahre ins Fach gewandert, weil ich nur höchst ungern remittiere (wie im Manga Fall).

* K. steht für Kunde

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S. Fischer

Silvia Bovenschen
Sarahs Gesetz
S. Fischer

Ohne Bedauern – aber warum nur?

Aber dieses Buch von Bovenschen, das gerade erst erschienen ist – Es kann sehr gut sein, daß ich es fürs Programm bestellt habe, daß irgendwo eine gute Besprechung – in der Berliner Zeitung oder irgendwo im Netz den Anstoß gab.

Es geht im Buch um Berliner Geschichte, um das Kunstleben, um Flucht und Vertreibung, um menschliche Schwierigkeiten; und sprachlich eingeschätzt ist dieses, was Bovenschen eigenwillig als Erzählung/en bezeichnet, sicherlich eine Wahl, die ich nicht bedauere. Hier ein Ausschnitt aus der Leseprobe

Zurück zu dem Winter des Jahres 1975 in Berlin-Charlottenburg. Zurück zum Arbeitstisch und zur Möhrensuppe. Wir sind uns fremd. Ich lege den Löffel ab und schaue verlegen aus dem Fenster. In dem gegenüberliegenden Altbau wird der Dachboden ausgebaut. Überall in Westberlin werden jetzt die Dachböden ausgebaut, in den alten Häusern, die zwei große Kriege bestanden haben.
Ich frage Sarah Schumann, um ein wenig ins Gespräch zu kommen, ob auch ihr Hausbesitzer Derartiges angekündigt habe. Sie sagt: Nein.
Iss, sagt sie. Ich fahre zusammen. Gut, dass ich den Löffel abgelegt habe, er wäre mir sicher aus der Hand gefallen. Nie, wirklich nie, nie hat jemand bei Tisch einen so nackten Imperativ auf mich gerichtet. Sie aber schaut freundlich aufmunternd bei diesem strammen Wort.

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