Seitenpfade – „Victory“ lesen

couperus
Pushkin Press

Reading along the NYRB
50 Years New York Review Of Books 50 Years

Wenn ich mir ein Buch vornehme, lese ich gerne so rechts und links nebenher, und zu Joseph Conrad unterbrach ich das Blättern in den alten Ausgaben der New York Review of Books, weil ich auf eine Besprechung von Ian Buruma stieß, von 1994, Revenge in the Indies, zu einem Buch von Louis Couperus: The Hidden Force, und fand folgendes (frei übersetzt):

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NYRB, August 11, 1994 Issue

Die stille Kraft [De stille Kracht, 1900], während eines einjährigen Aufenthaltes in Niederländisch Indien geschrieben, ist eines der Meisterwerke, das aus Erlebnissen der Kolonien hervorging. In den Niederlanden gilt es immer noch als bedeutendes Werk. Couperus war berühmt in Großbritanien und auch in den Vereinigten Staaten: fünfzehn seiner Werke wurden übersetzt; Katharine Mansfield und Oscar Wilde waren unter seinen Bewunderern.

So trifft man sich wieder.  (siehe: Oscar Wilde und Katharine Mansfield).

Mitte der Siebziger suchte ich in der Buchhandlung meiner Mutter nach Informationen zu Timor. Zu der Zeit war Ost-Timor (gerade noch) Kolonie. Aus unserer Stadt gab es Missionare dort, und der Trend weg vom Missionieren und hin zum Helfen von Mensch zu Mensch innerhalb der Kirche zeichnete sich schon ab. Wir Jugendlichen wollten auf die Lage aufmerksam machen. Meine Mutter hatte einen Reisebericht über die gesamte Region, aus dem ich den allerletzten Informationstropfen sog, den ich zum Zipfel Ost-Timor finden konnte. Vieles habe ich vergessen, aber Wasser war auch dort ein Gut, dass Arm von Reich unterschied.  Die Kirchenleute versuchten zu verhindern, dass Wasser in Rohren an den Gebieten der Armen hindurch zu den Villen und deren Parkanlagen geleitet wurde.

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Klubhaus, Palau-Inseln, 1900 Staatliche Museen zu Berlin
Ethnologisches Museum / Dietrich Graf; CC NC-BY-SA

Timor taucht auf in den ersten Seiten von „Victory“, und der Name Dili durchzuckte mich, als liefe mir ein lang verschollener Bekannter über den Weg. In der Zeit verfertigten wir Jugendlichen Batiken im Jugendheim, und als ich Jahre später nach Berlin kam und das Ethnologische Museum in Dahlem besuchte, bestaunte ich die wunderbar geschnitzten und verzierten Langhäuser dort. Ich las da auch  bei dtv Wissenschaft eine Studie über die sozialen Strukturen in indonesischen Straßendörfern etcetera., wo ich froh war, statt dessen in einer großen freien (wenn auch ummauerten) Weltstadt zu leben.

gaugin
Gaugin, Tahitische Landschaft, 1893
Minneapolis Institute of Art
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Oxford UP

Jetzt bleibt noch ein halbes Stündchen, weiter im Artikel von Buruma zu lesen, und zu Hause geht’s dann weiter mit der fesselnden Lektüre von Joseph Conrad. Bei der Guardian Seite haben sich schon allerhand Artikel rund um Buch und Autoren angesammelt, aber die lese ich wohl erst in Ruhe am Wochenende, zumal es bestimmt haufenweise Kommentare dazu gibt.

 

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