Aus dem Verlag zuKlampen!

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Der zuKlampen Band mit Essays von Fritz J. Raddatz war unter den ersten Büchern, mit denen ich die leeren Regale der neuen Buchhandlung füllte, und ich frage mich ernsthaft, warum noch kein Kunde zugegriffen hat. Hier schlage ich S. 60 auf und lese:

Dorothea Veit, geborene Medelssohn, schrieb an ihre Freundin Rahel Varnhagen nach einem Besuch von Prinz Heinrichs Privat-Oper in Rheinsberg empört über den Luxus inmitten verrotteter Hütten und zerlumpter Kinder: »Verfluchter Aristokrat! Ich konnte diesen Aufschrei nicht unterdrücken. Plötzlich begriff ich, wie ein ganzes Volk aufstehen kann gegen diese genußsüchtigen Tyrannen, die den Schrei des Elends in den Wogen ihrer Orchestermusik ertränken. Ich stelle mir vor, daß es so in Frankreich war, und plötzlich verstand ich die Franzosen. Verzeih‘ meine Hitzigkeit, liebste Aristokratin – aber Du solltest Rheinsberg sehen!«

und Raddatz kommentiert dies:

Es waren nicht wollustfeindliche Megären oder von Rousseau schwärmende enttäusche Ehefrauen, die zum Gänsekiel flüchteten. Diese Frauen hatten verstanden, daß Politik und Privatleben eine Sache war.

in: Fritz J. Raddatz; Das Rot der Freiheitssonne wurde Blut / Titelessay zur französisachen Revolution und deutschem Geistesleben, und ein guter Beitrag zum internationalen Frauentag am 8. März obendrein, wie ich meine. Charmant ist, wie sehr Raddatz mit seiner Herrenart und seinem patriarchalischen Gepäck in den wenigen Worten lebendig wird. Vielleicht spüre ich sogar ein ganz leichtes Bibbern.

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Peter Engstler / :Transit / zuKlampen! / Alpheus / Limbus

* * *

Der Band zu Gedichten von Hilde Domin ist jetzt gerade erst in Wiederauflage erschienen. (2012 hatte es der inzwischen untergegangene Verlag André Thiele herausgegeben). Marion Tauschwitz begleitet darin auf sehr persönliche Art die Geschichte und die Bedeutung ausgewählter Gedichte aus der gesamten Schaffenszeit. Am vorletzten Vorlesemontag las N* aus dem Gedichtband „Nur eine Rose als Stütze“; und Tauschwitz schreibt um das Ringen dieses berühmten Titels für die erste, bei S. Fischer veröffentlichte, Gedichtsammlung:

Mit »Nur eine Rose als Stütze« setzte sich mehr als ein Titel durch – die Lyrikerin Hilde Domin.

Hilde Domins Gedichte und ihre Geschichte ist auch ein guter Beitrag zum Thema Flucht und Exil.

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