Auf einen Kaffee mit Heine

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Klassiker und Kaffee – Heines Harzreise bei der Schröerschen in Berlin
Foto: Die Schröersche / ‚German Classics‘ Ausgabe von Oxford UP, 1890 aus privatem Bücherschrank / aktuelle Ausgabe bei Kröner hier käuflich, bzw. in anderen Ausgaben zu bestellen.

[…] mit dem arabischen Trunk rieselte mir auch der warme Orient durch die Glieder, östliche Rosen umdufteten mich, süße Bülbüllieder erklangen, die Studenten verwandelten sich in Kamele, die Philisternasen wurden Minaretts usw.

Das Buch, das neben mir lag, war aber nicht der Koran. Unsinn enthielt es freilich genug. Es war das sogenannte Brockenbuch […]

Klassiker und Kaffee

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NYRB Classics shelf in the Schröersche, May 2014

Diese Idee habe ich von der New York Review of Books abgekupfert, die ihre Leser einlädt, ein Foto mit dem Buch, das sie gerade lesen, einzusenden, im Duo mit dem Getränk, das auch ein anderes, als Kaffee sein kann.

Classics and Coffee Club

»We want to see your books! If you happen to have a photo of an NYRB Classic posed with a cup of coffee or tea, send it to this address and we’ll add it to the Classics and Coffee Club series. And do let us know where you bought or borrowed the book—we’re always glad to acknowledge places that stock NYRB Classics.«

siehe auch : Kierkegaard – auf eine Tasse Kaffee

Also lade ich Sie herzlich ein, dieses deutschsprachige Pendant mit Bildern und Zitaten zu unterstützen. Vergessen Sie nicht, zu erwähnen, wo sie das Buch gekauft oder ausgeliehen haben – mich freut jedes Zeichen, wie Bücher verbreitet sind, aber vor allem: gelesen werden.

vignette

  • Fußnoten (auszugsweise, und frei übersetzt) von C. A. Buchheim zum Zitat oben:
    Bülbül – persische Nachtigall. Von diesem Vogel sagt man, dass er in seine klagenden Lauten die unerwiderte Liebe zur Rose ausdrückt. Bei Byron und Moore ist Bulbul schlicht die Nachtigall. [Der Harausgeber hat bei Heines Aufzählung von Metamorphosen übrigens folgende unterschlagen: „die Brockenhausmädchen, mit ihren Congrevischen Blicken, wurden zu Huris, „, wobei sich congrevisch wohl auf einen William Congreve bezieht;- welchen, habe ich noch nicht herausgefunden.]

Das Brockenbuch – ist natürlich das zuvor erwähnte Album. Die Brockenjahrbücher erschienen jährlich im Druck, von 1753 bis 1790, und es waren darin interessante Aufzeichnungen von Besuchen vieler distinguierter Gäste, oft begleitet von weisen und auch närrischen Kommentaren. Als der Unsinn den Sinn begann, zu übertrumpfen, wurde die jährliche Veröffentlichung als Buch aufgegeben.

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