Begley, Le Guin and Rovelli

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Piper / Suhrkamp / Penguin
buchpatron
Patronatsbücher 2016

Patronatskinder 35, 36 und 37 / Der Buchpatron hat wieder eine Auswahl von Titeln, die er allen Lesern ans Herz legt. Bei Buchpatronat geht es darum, ein Buch vorübergehend zu sponsoren; das heißt, man bezahlt den Titel und überlässt ihn der Buchhandlung für mindestens einen Monat zur Verbreitung. Beispielsweise habe ich „Letzte Einkehr“ von Imre Kertesz inzwischen schon zweimal verkauft und nachbestellt. Der Patron holt dann sein Buch ab, wenn er es haben möchte. Die Patronatsbücher sind alle hier eigens aufgelistet; für 2016 habe ich eine neue Seite eingerichtet, und es ist noch Platz …

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Mit einem Satz hinein

Louis Begley
Lügen in Zeiten des Krieges

Vermutlich habe ich gestern zum letzten Mal Das Literarische Quartett angeschaut, und das, obwohl ich hier auch nur immer kurz auf Bücher zu sprechen komme, Teilwissen und Emotionen die Beiträge färben und die Rückkoppelung nicht unmittelbar spürbar wird. Immerhin war ich froh, dass Thea Dorn von Homer schwärmte und die (Wieder-)Lektüre, hier angestoßen durch eine Neuübersetzung der Odyssee von Kurt Steinmann bei Manesse, den Lesern ans Herz legte.

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Reclam

Bloomsday war am 16. Juni, und auch Joyce folgte bekanntlich den Spuren des Homer. Begleys ich-Erzähler hat Vergils Äneis im Sinn, worin das Grauen des Trojanischen Krieges beschrieben ist.

Er bewundert die Äneis. In ihr fand er zum ersten Mal literarisch ausgedrückt, was ihn quälte: die Scham, am Leben geblieben, mit heiler Haut, ohne Tätowierung davongekommen zu sein, während seine Verwandten und fast alle anderen im Feuer umgekommen waren, unter ihnen so viele, die das Überleben eher verdient hätten als gerade er.

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Random / Ballantine

Darum geht es, eine Kindheit im Polen und das Überleben von Krieg und Diktatur, und wie die Listen und Lügen, die zum Überleben notwendig werden, im Menschen ebenso Spuren hinterlassen, wie Zeuge gewesen zu sein, von barbarischen Verbrechen; all das wunderbar und menschlich erzählt. Das Buch ist aus dem Englischen von Christa Krüger übersetzt worden. Die englische Fassung trifft in den nächsten Tagen ein.

 

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Adelphi

Carlo Rovelly
Seven Brief Lessons On Physics

„Hier, an den Grenzen unseres Wissens, wo sich das Meer unseres Nichtwissens vor uns auftut, leuchten das Geheimnis der Welt, die Schönheit der Welt, und es verschlägt uns den Atem.“ zitiert der Rowohlt Verlag in der Übersetzung aus dem Italienischen von Sigrid Vagt Carlo Rovelli. Die Penguin Ausgabe ist von Simon Carnell und Erica Segre übersetzt und liest sich wunderbar. An diese schöne Originalausgabe vom Adelphi-Verlag speziell komme ich leider nicht ohne Weiteres dran. Hier in Berlin können Sie sich da aber beispielsweise an MondoLibro oder an die Dante Connection wenden.

  • 1. General Relativity

In his youth Albert Einstein spent a year loafing aimlessly. You don’t get anywhere by not ‚wasting‘ time – something, unfortunately, which the parents of teenagers tend frequently to forget.

  • 2. Quantum Mechanics

It‘ said that quantum mechanics was born precisely in the year 1900, virtually ushering in a century of intense thought.

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Rowohlt
  • 3. Astronomy

And finally, we know now that this immense, elastic cosmos, studded with galaxies and fifteen billion years in making, emerged from an extremely hot and dense small cloud.

  • 4. Particles

Both protons and neutrons are made up of even smaller particles which the American physicist Murrey Gell-Mann named ‚quarks‘, inspired by a seemingly nonsensical word in a nonsensical phrase in James Joyce’s Finnegans Wake. ‚Three quarks for Muster Mark!‘.

  • 5. Loop Quantum Gravity

We know how to reconstruct the history of our planet back to an initial period when it was tiny in size. But what about before that?

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Aus der sechsten Lektion bei Rovelli / Penguin
vor dem Sachbuch-Regal
  • 6. The Heat of Black Holes

We say that only things of the present exist: the past no longer exists and the future doesn’t exist yet. But in physics there is nothing that correspondents to the notion of the ’now‘.

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Oxford UP
  • 7.  In Closing

Life is precious to us because it is ephemeral. And as Lucretius wrote: ‚our appetite for life is voracious, our thirst for life insatiable‘.

Ist das alles nicht spannend? Und dieser Ausflug in die Ideen und Fragen der Physic umreißt knappe 80 Seiten. Wunderbar!

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Earthsea
source: Ursula K. Le Guin

Ursula K. Le Guin
Erdsee

Diese deutschsprachige Ausgabe, übersetzt von Margot Paronis und von Hilde Linnert (Bd. 4) hat, bis auf die Karte vorneweg, keine Illustrationen. Der Klassiker, dessen erster Band A Wizard of Earthsea 1968 erschien, ist im Laufe der Jahre in einem halben Dutzend von Ausgaben erschienen und oft illustriert worden.

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Erstausgabe mit Illustrationen von Ruth Robbins
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Island of Gont
by Ruth Robbins

(siehe Asni’s Art Blog). Ich wünschte, es gäbe noch die wunderbare erste Ausgabe mit den Illustrationen von Ruth Robbins, abgebildet auf dem nützlichen Glossary Seite von tavia. Die lieferbaren englischen Ausgaben bei Houghton & Mifflin und bei Penguin sind von Fantasy-Kunst beeinflußt, wie ich finde, nicht gerade hübsch. Aber ich bin da altmodisch. Puffin geht da noch …

Q: Where did the inspiration for the Earthsea stories come from – your politics, your imagination, or simply a need to tell a good story?

UKL: I hate to admit it, but it came from a publisher. He asked me to write him a fantasy for „eleven up“. Uh-oh, I never wrote for kids, I don’t know how, I said. Then I went home, and thought about kids. Boys. How does a boy learn to be an old guy with a white beard who can do magic? – And there was my book. . . Come to think of it, Ged never did grow a beard.

Aus einem The Guardian Interview mit Ursula le Guin (2004).

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by Ruth Robbins

Vier Bände in einem – na, wenn das keine verlockende Sommerlektüre für alle Leser über zwölf Jahre ist! Nachher muß ich doch mal sehen, ob The Wizard unter unseren Kinderbüchern vorhanden ist, damit ich diese wichtige Lücke in Fanatsy füllen kann.

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