Moviegoer – Christian Beginnings – Revolutionaries

aug_drei
Methuen / Penguin / Yale UP
percy
Suhrkamp

Heute morgen bekam ich ein Billett von meiner Tante: ob ich zum Lunch kommen könne? Ich weiß, was das heißt. Da ich jeden Sonntag zum Abendessen hingehe und heute Mittwoch ist, kann es nur heißen: sie wünscht eins ihrer seriösen Gespräche.*

percy
Methuen

Suhrkamp hatte den Roman „Der Kinogeher“ (übersetzt von Peter Handtke) anlässlich des 100. Geburtstags von Walker Percy in diesem Jahr neu aufgelegt, in der schönen Bibliothek Suhrkamp Ausgabe. Heute kam die englische Ausgabe und lädt ein zu einer Reise ins New Orleans in den Fünfzigern.

"On the eve of his thirtieth birthday, Binx Bolling is adrift. He occupies himself with dallying with his secretaries and going to movies, which provide him with the "treasurable moments" lacking in his real life. But one fateful Mardi Gras, Binx embarks on a quest - a harebrained search for authenticity that outrages his family, endangers his fragile cousin, Kate, and sends him reeling through the gaudy chaos of the French quarter. Wry and wrenching, rich in irony and romance, The Moviegoer is a genuine American classic."  (Methuen)

also etwa:
»Bevor Binx Bolling Dreißig wird, ist er ziellos unterwegs. Er schäkert mit Sekretärinnen und besucht Kinos, was ihm „denkwürdige Momente“ einbringt, wie sie ihm im realen Leben fehlen. Aber an einem schicksalhaften Mardi Gras stellt sich Binx einer Aufgabe – eine belämmerte Suche nach Wahrhaftigkeit, die seine Familie empört, seine zarte Cousine Kate in Gefahr bringt und ihn in ein rauschendes Chaos im French Quarter taumeln lässt. Trocken und ergreifend, reich an Ironie und Gefühl zählt Der Kinogänger zu den echten amerikanischen Klassikern.«

Zum Vergleich der Verlagstext bei Suhrkamp, so eine Prosa für sich, hier ein Ausschnitt: „Die Mutter des Kinogehers, die ihr Kind der vornehmen Verwandtschaft überließ, als sie den einfachen zweiten Mann heiratete, eine Schafferin, die das hier und jetzt Notwendige ohne viel Worte tut, gibt dem Sohn einen Hinweis, als sie in ihrer unsentimentalen Art ihm von der Unrast und den Depressionen seines Vaters, des Arztes, berichtet.“ Na ja.

Hier ein Zitat zum Schluß, von S. 129

Out we go like immigrants in the hold, chuffing through the thin milky waters of Mississippi Sound.

*(zitiert aus der Leseprobe, S. 11 )

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Das Denken der Kirchenväter unterschied sich von dem Jesu ganz erheblich. Die Hauptaufgabe, die der Prophet aus Nazareth seinen galiläischen Jüngern auferlegte, war das Streben nach der Gottesherrschaft in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt. Bis zum frühen vierten Jahrhundert war das von ihm gepredigte praktische, charismatische Judentum in eine intellektuelle Religion umgewandelt, die vom Dogma bestimmt und gelenkt wurde. Dieses Buch will seine Leser auf dem Entwicklungsgang vom Jesus der Geschichte zum vergöttlichten Christus des Konzils von Nizäa geleiten.

zitiert aus dem Vorwort, übersetzt von Claus-Jürgen Thornton

Vielleicht noch rechtzeitig zu Weihnachten wird „Vom Jesus der Geschichte zum Christus des Dogmas“ im Suhrkamp „Verlag der Weltreligionen“ erscheinen. Vorrätig hier ist das englische Original, erschienen 2012.

[…] since […] »Jesus the Jew« in 1973 [and after] the publication of twelve further books on the topic, it occurred to me in 2008 to round off the series with a very different book: an attempt to sketch the historical continuity between Jesus portrayed in his Galilean charismatic setting and the first ecumenical council held at Nicaea in AD 325, which solemnly proclaimed his divinity as a dogma of Christianity.

(zitiert aus dem Vorwort) / Die Bücher von Geza Vermes engl. / dt.

Reading Along the NYRB
50 Jahre New York Review of Books 50 Years
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aus: E. P Sanders; In Quest of the Historical Jesus
NYRB, 15 November 2001 / p. 35

Zu Lebzeiten – Vermes ist 2013 gestorben – schrieb E. P. Sanders in seiner Rezesion zu „The Changing Faces of Jesus“ (Viking Pr., 2001) (frei übersetzt):

 »Geza Vermes gehört zu den bedeutendsten lebenden Gelehrten zur Judaistik im Altertum. Obschon sein Spezialgebiet die Erforschung der Schriftrollen vom Toten Meer ist - und hier ist sein Ruf unübertroffen - verfügt er darüberhinaus über beeindruckendes Wissen über sämtliche antike jüdische Quellen. Er war von Ungarn nach Frankreich und weiter Oxford gezogen, wo er mit Auszeichnung als Dozent und dann Professor für Judaistik wirkte, bis er 1991 in den Ruhestand ging. Er war in eine Familie geboren, die ursprünglich jüdisch gewesen, dann aber zum Christentum konvertiert war. Er selbst ging wieder zum Judentum zurück. (siehe auch die Autobiographie "Providential Accidents" etwa: 'Zufälle der Fügung')«

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„Hot Dreams of Liberty“
Bernard Bailyn über
Polasky; Revolutions Without Borders
NYRB, 13 August 2015

Napoleon in Trier und Köln

From the heights above the Moselle and Rhine rivers, the revolutionary army surveyed „the rich and abundant country“. Below them the generals beheld „a true milk cow for the french Republic.“ […] French diplomats and generals alike professed surprise that the liberated German people had not risen up to join them in overthrowing „the monarchial oppressors and tyrants of the universe.“ Instead, agents reported, Rhinelanders, like Belgians, had obstinately clung to their old ways.

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Yale UP

zitiert von S. 243 / etwa:

»Hoch von den Hügeln sichtete die Revolutionsarmee „das reiche und üppige Land“ von Rhein und Mosel. Unter sich erblickten die Generäle „eine wahrhafte Milchkuh für die französische Republik“. […] Französische Diplomaten und Genräle gleichermaßen äußerten ihr Erstaunen; die befreiten deutschen Bürger reihten sich nicht in die Revolutionsheere, um gemeinsam mit den Franzosen die „monarchischen Unterdrücker und die Tyrannen des Universums“ zu stürzen. Statt dessen, so berichteten Agenten, hielten Rheinländer wie Belgier störrisch an ihren alten Gewohnheiten fest.«

in seiner Rezension zu Janet Polaskys Buch, in der NYRB, schreibt Bernard Baylin zum Kapitel 6, „The Revolutionary Household in Fiction“ (‚Das revolutionäre Heim in der schönen Literatur‘)

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Mary Wollstonecraft (Mrs William Godwin) / John Opie
Tate Britain

»Die Schriften und feministischen Ideen von Mary Wollstonecraft bilden den Schwerpunkt des Kapitels, aber auch die holländischen Romanautorinnen Isabelle de Charrière, Betje Wolff und Aagje Deken werden gewürdigt. Ihr Werkumfang war enorm (Wolff und Deken, so sagt uns Polasky, veröffentlichten zusammen 10,000 Seiten an Romanen und Reportagen) und sie stellten durch Erzählliteratur – mit Blick auf Rousseau – die Frage nach dem Platz der Frau in einer sich entwickelnden idealen Gesellschaft und die Wahrscheinlichkeit und die Vorzüge einer wirklichen Befreiung der Frauen.«

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