„Legenden sind zeitlos“

hqc
1939 hat Heinrich Mann in »Gestaltung und Lehre« den Satz notiert: »Wir werden eine historische Gestalt immer auch auf unser Zeitalter beziehen. Sonst wäre sie allenfalls ein schönes Bildnis, das nur fesseln kann, aber fremd bleibt.« Hinter diesen Sätzen aber sind die eigentlichen Möglichkeiten des historischen Romans verborgen: Spiegelbild zu sein der eigenen Zeit – aber zugleich dieser auch das »schöne Bildnis« vorzuhalten, den Entwurf einer besseren Zeit, die Korrektur des Gegenwärtigen, die Utopie. Genau das hat der Roman von Henri Quatre gewollt. Er ist also bewußt als historischer Zwitter angelegt: die Geschichte des Henri sollte noch einmal erzählt werden, aber zugleich sollte diese Legende vom guten König einer Gegenwart präsentiert werden, in der sich das Böse festzusetzen begann.

romaneIIIHelmut Koopmann (zur Bibliographie) über die Henri Quatre Romane von Heinrich Mann, zitiert aus: Romane von gestern, heute gelesen – 1933 – 1945 (S. Fischer 1990 / Hrg. Marcel Reich-Ranicki – bedauerlicherweise vergriffen, nur Band II, 1918 – 1933 von den drei Bänden ist noch im Druck. Mein Exemplar habe ich antiquarisch erworben.)

Das Henri Quatre Colloquium trifft sich am Freitag, den 26. August zum Abschnitt: „Größe und Besitz“ in „Die Vollendung des Königs Henri Quatre“, von Heinrich Mann. Kommentare und Beiträge, Korrekturen und Anmerkungen jederzeit herzlich willkommen.

siehe auch Beiträge auf diesem Forum unter „hqc

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