Euripides, und mehr vom Verlag Kröner

euripides
Porträt des Euripides (480-406 BC), römische Kopie eines griechischen Originals aus dem 4. Jhd. , von Cumae (Italien)
Neues Museum, Berlin

„Als erste Stadt in Hellas rief ich Theben auf
Zum Jubel, hüllt es in der Rehe Fell, und gab
In seine Hand des Thyrsos efeugrünen Stab.

Der Mutter Schwestern, denen dies am wenigsten
Geziemt, behaupten, Bakchos sei nicht Sohn des Zeus:
Semele sei von eines Menschen Trug verführt
Und wälzt die Schuld dem höchsten Himmelsgotte zu
Durch List des Kadmos; darum auch erschlug sie Zeus –
So prahlen sie -, weil sie den Liebesbund erlog.“

Bachus begründet sein Auftauchen in Theben
aus: Die Bakchen, (Übersetzung von J. J. Donner, 1799-1875)

Im Kröner Verlag ist jetzt die neuüberarbeitete Ausgabe in zwei Bänden von des Euripides‘ Dramen herausgekommen und liegt in der Buchhandlung zum Kauf bereit.

siehe auch: Der Hochgeborene und seine Bacchantinnen

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Niccolo Machiavelli, Gipsstatue von Lorenzo Bartolini
Foto: Antonio Quattrone / Uffizi Firenze
Galleria dell’Accademia

Niccolo Machiavelli, Der Fürst

„Wenn sich also ein Herrscher gut darauf verstehen muß, die Natur des Tieres anzunehmen, soll er sich den Fuchs und den Löwen wählen; denn der Löwe ist wehrlos gegen Schlingen, der Fuchs ist wehrlos gegen Wölfe.“

machiavelli_fuerst_kroener
Kröner

Auch dieser Klassiker ist jetzt, in 7. aktualisierter Auflage, wieder lieferbar, in der Übersetzung von Rudolf Zorn. Er sagt im Vorwort:

"Die von [Machiavelli] geäußerten Gedanken haben auch heute noch nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Man braucht oft nur die Namen im »Prinzipe« zu wechseln, und man hat ein lebendiges Bild der eigenen Zeit."

und zur Übersetzung:

zorn
Rudolf Zorn (1893-1966)
Historisches Lexikon Bayerns
"Bei den vielen Möglichkeiten der Übertragung entschloß sich der Übersetzer immer zur möglichsten Schlichtheit, eingedenk der Empfehlung Goethes in »Dichtung und Wahrheit«, daß die schlichte Übertragung noch immer die beste ist."

Der Machiavelli- Experte Herfried Münkeler, er lehrt hier in Berlin an der HU, schrieb das Geleitwort, wie es schön bei Kröner heißt:

"Sobald [Machiavelli] Politik analysierte, wurde er zum nüchternen und distanzierten Beobachter, der mit einem strengen Erfolgsmaßstab an die Dinge heranging. Im Lichte dessen sollte man auch den Principe, das ihm vorangestellte Empfehlungsschreiben an Lorenzo de'Medici und die einschlägigen Bemerkungen im Brief an Vettori lesen."

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›Einsichten. Wer mitreden möchte‹
Und dies ist nun der Auftakt zu einer neuen Serie „mit den drei ersten Bänden zur um sich greifenden Sozialen Kälte, zum Nationalismus und zum Einfluss der digitalen Kommunikation [Schreiben digital] auf die Alltagssprache“ (Kröner)

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4 Kommentare zu „Euripides, und mehr vom Verlag Kröner“

  1. Danke für die Resonanz. Hier mal ein Lob der Übersetzerinnen. Sie helfen uns, uralte, alte und neuere Bücher und Texte überhaupt wahrnehmen zu können und uns daran zu bilden oder zu erfreuen. In meiner Tätigkeit der Begleitung angekommener Geflüchteter mit Freiwilligen sind wir für den Einsatz der überwiegend selbst migrantischen Übersetzungshelferinnen sowie der Dolmetscher überaus dankbar. Wir schaffen zusammen – beste Grüße

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  2. Eine feine Auswahl von Kröner aus der Antike, Renaissance und Gegenwart. Nachdem ich unlängst Aischylos Schutzsuchende gelesen hatte, würde ein Euripides sich wohl gut anschließen.
    Machiavellis Fürst ist ebenso ein Klassiker – studiert zur Magisterprüfung. Und was wären die aktuellen Debatten ohne die Stimme Herfried Münklers?
    Auf die aktuelle Serie – mit Hinweisen des Schröerschen Blogs – bin ich gespannt.
    Die Kröner-Taschenausgabe, die ich am häufigsten zur Hand nehme, ist das Lexikon der philosophischen Werke, herausgegeben von Franco Volpi und Julian Nida-Rümelin, Stuttgart 1988, Band 486

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    1. Eine feine Auswahl vom Verlag, allerdings. Ich warte gespannt auf die Neuauflage von Herodot.
      Vom Werkelexikon der Philosophie ist eine Neuausgabe erschienen, 2012 hrg von Michael Quante; aber den Klassiker, Philosophisches Wörterbuch, gibt’s schon in 23. Auflage.
      In die neue Serie habe ich noch nicht hineingeschaut, freue mich aber, dass der Verlag anregt zum Diskurs. Was die Antike betrifft, kehre ich immer wieder gerne zurück zu den Quellen und freue mich an der Vielfalt der Übertragungen durch die Jahrhunderte. Die Texte sind oft überaschend frisch und öffnen Perspektiven, die nicht den Moden unterliegen. Ich bin auch auf den Geschmack von Vor-, Nach- oder Geleitworten gekommen und wie individuell Schwerpunkte gesetzt werden. Was Kröner betrifft, mag ich die waltende Sorgfalt in allem, was sie tun. Ich fände es darüberhinaus aber hilfreich, wenn die Mitwirkenden zeitlich bestimmt würden (bzw. das Datum der jeweiligen Beiträge hinzugefügt wrde). Übersetzer Donner, beispielsweise, stammt noch aus dem 18. Jhdt. und war umwoben vom Geist der Aufklärung, Zorn lebte bis 1966 und schrieb vermutlich unter dem Eindruck der jungen Republik – solche Hintergründe finde ich wichtig. Danke für die Besuche und Kommentare im Blog, arnoldnuremberg. Solche Rückmeldungen ermuntern.

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