Uglow und Bewick; zweimal John Berger

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Faber & Faber; S. Fischer; Wagenbach

Jenny Uglow
Nature’s Engraver
A Life of Thomas Bewick

Ein neues Jahr mit schönen Büchern hat begonnen, und alles beginnt mit Schauen und Staunen. Als ich Ende letzten Jahres die Lyrik Lesung von Herrn Marg ankündigte (Vorlesen im Januar), schrieb ich dabei auch über den NYRB Artikel von Brad Leithauser, über die Entdeckungen bei nahezu unbekannten Dichtern („little known poets„), der von einem Holzstich von Thomas Bewick illustriert worden war. Das war der Auslöser, endlich die Biographie von Jenny Uglow zu bestellen: Nature’s Engraver – A Life of Thomas Bewick.

Dieses Buch ist ein feines Beispiel für Bücher, die aus einer Reihe von Jahren intensiver Beschäftigung mit dem Subjekt und aus einer tiefen Liebe zum Thema geboren wurden. Ein kleines Universum. Der Verlag schreibt auf dem Buchdeckel (frei übersetzt):

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Thomas Bewick (1753–1828) / Holzschnitt
»Ende des achtzehnten Jahrhunderts verliebte sich England mit der Natur. Eines der Bücher, die diesen Moment festhielten war Thomas Bewicks History of Britain Birds (Geschichte der Vögel Britanniens), das erste 'Bestimmungsbuch' für den Laien (ordinary people), illustriert mit Holzschnitten von erstaunlicher Akkuratesse und Schönheit. In diesem wunderbar illustrierten Leben erzählt Jenny Uglow die Geschichte des Bauernsohns von Tyneside, der den Holzstich revolutionierte und die Buchillustration für ein ganzes kommendes Jahrhundert prägte. Bewicks Geschichte erfasst auch unsere andauernde Faszination für die Welt der Natur.«
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Thomas Bewick Society

Es ist traurig, dass nichts von Thomas Bewick in der deutschen Buchlandschaft zu finden ist. Er selbst schrieb sein Leben auf, und ich könnte mir denken, dass es eine Übersetzung wert wäre, angefüllt mit seinen Illustrationen. Aber ich lese gerade auch Adam Bede von George Eliot (davon gibt’s auch keine deutsche Ausgabe – hm!) und bin am Leben der Menschen im 18. und 19. Jahrhundert interessiert und habe Freude an guten Buchillustrationen.

Für den Leser der New York Review of Books ist Jenny Uglow keine Unbekannte. Zahlreiche Artikel sind von Ihr erschienen über Künstler und Illustratoren, über Goya, William Blake, Turner, E. H. Shepard, usw. Und Illustrationen von Bewick tauchen immer mal in den NYRB Artikeln auf, neben denen von Granville oder Vallotton und anderen. Da habe ich ihn für mich entdeckt.

Hier aufs Geratewohl eine Leseprobe aus Jenny Uglows Buch, von S. 141, die einem Block voller farbiger Bildtafeln folgt, derer das Buch, neben zahlreichen schwarz-weiß-Abbildungen im Text, zwei aufweist (1 Bogen: 2x 4 Doppelseiten).

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Thomas Bewick (1753-1828) Arabian Camel or Dromedary
ca. 1785 / 5 x 7.3 cm / EAG 90.39.060
This was the first of the images engraved for the Quadrupeds in 1785, on the day of Bewick’s father’s death.
Bild- und Textquelle: sharecom.ca

One evening in that terrible autumn of 1785, Bewick was working in the glow of the candle. Before him a boxwood block set on the well-worn leather-covered pad, and as his big hands pusched it around and curved the graver across the hard wood, an image slowly appeared – a dromedary.

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John Berger (1926 – 2017)
Bildquelle: arte.tv, 2016

John Berger
Das Leben der Bilder oder die Kunst des Sehens
Sehen: Das Bild der Welt in der Bilderwelt

Auf John Berger wurde ich zufällig durch eine Dokumentation auf dem arte Programm aufmerksam. (Ab und an ist doch etwas Sehenswertes im Fernsehen zu finden. Die Mediathek hält es noch bis Ende Januar 2017 im Internet bereit.)

Diesmal habe ich zwei deutsche Ausgaben von ihm bestellt, einmal von seinem Buch Ways of Seeing (Penguin Classics, 2008), deutsch von Axel Schenck bei S. Fischer 2016 – „Sehen: Das Bild der Welt in der Bilderwelt„, und About Looking (Vintage, 1992), deutsch von Stephen Tree in der wunderbaren kardinalroten Leinenausgabe bei Wagenbach (Salto, 1989) – „Das Leben der Bilder oder die Kunst des Sehens„. Beide Bände sind reich mit Photos und Abbildungen versehen und zeigen zwei verschiedene Aspekte von John Bergers reichem und weitreichenden Schaffen.

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Außerdem sind wieder eingetroffen: A. A. Milne; „Winnie-the-Pooh“ vom Egmont Verlag, broschiert, mit den farbigen Illustrationen von E. H. Shephard und „Father Bear Comes Home“ von Else Homelund Minarik mit den Illustrationen von Maurice Sendak.

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