Venevitinov, E. T. A. Hoffmann und Freunde

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Dmitrij Venevitinov / von Chamisso, Hoffmann, la Motte-Fouqué und Salice-Contessa / E. T. A. Hoffmann
bei Ripperger & Kremers

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Tag der kleinen, feinen und unabhängigen Verlage

Mit einem Satz hinein:

Der Roman des Freiherrn von Vieren
Adelbert von Chamisso war Nachbar, als er noch Kurator des Botanischen Gartens in Berlin war, zu seiner Zeit am Ort des heutigen Kleistparks. Er gehörte zum Seraphiensorden, (später Serapions-Brüderschaft), wie auch die anderen drei Autoren, deren „Roman des Freiherrn von Vieren“ aus Chamissos Nachlass im kleinen, feinen und unabhängigen Berliner Verlag Ripperger & Kremers wieder aufgelegt worden ist.

Doch plötzlich sich ermannend sprang er vom Stuhle empor, und indem er mit hastigen Schritten auf und ab ging, ward der Entschluß in ihm fest, das Haus zu verlassen und Natalien nicht wiederzusehen; er sann nur noch auf einen schicklichen Vorwand, diesen Entschluss ungesäumt zu vollführen.  (S. 98/99)

Der »Roman des Freiherrn von Vieren« ist das Gemeinschaftswerk einer Dichtergruppe um E. T. A. Hoffmann, Adelbert von Chamisso, Karl Wilhelm Salice-Contessa und Friedrich de la Motte Fouqué. 1815 begonnen und Fragment geblieben, erzählt dieses amüsant-romantische Experiment die Geschichte des Malers Georg Haberland, der wie seine beiden Doppelgänger auf der Suche nach der idealen Mädchengestalt ist. Ein paar Jahre später veröffentlichte E. T. A. Hoffmann das von ihm zurückgezogene fünfte Kapitel des Viererromans als umgearbeitete eigenständige Erzählung »Die Doppeltgänger« und Karl Wilhelm Salice-Contessa seine Erzählung »Das Bild der Mutter«, die beide hier in ihrer ursprünglichen Fassung mit abgedruckt werden. (Verlag)
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Веневитинов, Дмитрий Владимирович Портрет Д.В.Веневитинова. 1827

Dmitrij Venevitinov – Lyrik, Prosa, Briefe
Flügel des Lebens

Dieses in wunderbares rotes Leinen gebundene Buch war schon einige Zeit angekündigt und ich habe lange darauf gewartet. Wenn ich es nun hier in Händen halte und sehe, mit welcher Sorgfalt und Liebe es hergestellt worden ist und wieviel Arbeit hineingeflossen sind, dann habe ich gerne gewartet. Wer hier unter den Lesern hat überhaupt schon mal von Venevitinov gehört? Er war nur weniges jünger als von Hardenberg (Novalis), mit dem ich mich im Penelope Fitzgerald Projekt befasst hatte, auch er in jungen Jahren schon einer Krankheit erlegen; und es wird deutlich, wie große Strömungen wie die Romantik bei Grenzen und Völkern nicht haltmachen.

– aus seinen Gedichten:

Doch ist da was, ein süßes Ziehen
von fern, das ängstigt, irritiert –
es stimuliert die Fantasien
wie wilde Fantasmagorien,
die nachts ein Graubart  fabuliert.

aus: ‘Leben’(1826), übersetzt von Hendrick Jackson

hier ist die Prosaübersetzung der Stelle: „Wie eine verheißungsvolle Erzählung / Umschmeichelt alles unseren launischen Verstand. / Irgendetwas ängstigt da von Ferne, – / doch in dieser Angst liegt Wonne: / Beflügelt wird die Einbildungskraft / Wie durch die nächtliche Erzählung eines Greises / Von einem zauberhaften Abenteuer.“

– aus seiner Prosa:
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Immer wenn die Stunde anbrach, da der Liebhaber der orientalischen Rose in der Kühle eines Hains die duftende Königin der Blumen besingt, ging der Jüngling auf den Hügel, und kaum berührten seine Finger die klingende Saiten, kam auf einer durchsichtigen Wolke ein leichter Genius zu ihm herabgeflogen – süß waren die Gespräche mit dem holden himmlischen Gast. Seine Wangen glühten im Eifer der Inspiration, sie waren benetzt von funkelnden Tränen der Begeisterung, er war glücklich.

aus: Die goldene Harfe (1825), übersetzt von Dorothea Trottenberg

– aus seinen Briefen

Nein, meine Liebe, zwei Bogen würden mir genausowenig reichen wie einer, wenn ich so lange mit Ihnen plaudern könnte, wie ich möchte, doch wir müssen vernünftig sein hinieden, und unseren Geschäften mehr Zeit widmen als unserer Erholung und unseren Vergnügungen.

aus seinem Brief an Sofja Venevitinova, 1824 – übersetzt von Doris Heinemann, aus dem Französischen

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E. T. A. Hoffmanns Arbeitsplatz
heute: Jüdisches Museum
Bildquelle: Staatsbibliothek Berlin; E. T. A. Hoffmann Archiv
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Verlags Signum

E. T. A Hoffmann
Unwahrscheinliche Abenteuer
Berliner Geschichten

Noch vor der Jahrhundertwende, 1798, kam E. T. A. Hoffmann zum ersten Mal nach Berlin, als Referendar im Kammergericht, das wenige Jahre später aus Platzgründen in einen Neubau zum heutigen Kleistpark verlegt wurde; aber die Hauptjahre, in denen Hoffmann hier lebte, liegen von 1814 bis zu seinem Tod 1822.

Der Morgen dämmert mir in die Augen, ich schlage sie auf und – Kommissionsrat, entsetze dich mit mir, fall‘ in Ohnmacht, Schulkamerad! und finde mich wieder sitzend hoch oben auf dem Pferde vor dem Großen Kurfürsten, mein Haupt an seine kalte eherne Brust gelehnt. Zum Glück schien die Schildwache eingeschlafen, so daß ich unbemerkt mit Lebensgefahr hinabklettern und mich davonmachen konnte.

aus: Die Brautwahl (S. 145)

»Das alte Berlin, seine Orte und Menschen sind Thema der hier versammelten virtuosen Geschichten E. T. A. Hoffmanns, in dem Honoré de Balzac den conteur berlinois, den Erzähler Berlins, bewunderte. Mit Geist und Witz berichtet er unheimliche Begebenheiten und Abenteuer aus dem Leben der preußischen Hauptstadt, in denen das einzigartige Lokalkolorit mit dem Phantastischen verschmilzt. Hoffmanns Berliner Geschichten verschaffen zugleich ein einzigartiges Lesevergnügen und gewähren Einblick in die Kulturgeschichte Berlins.« (Verlag)
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