Kappacher und Kellendonk

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Müry Salzmann / Lilienfeld

Mit einem Satz hinein

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Titelillustration nach Zeichnung von Walter Kappacher; ‚Am Grabensee‘

Walter Kappacher
Trakls letzte Tage & Mahlers Heimkehr
Müry Salzmann
, 2014

Und hab‘ ihm gesagt, dass man sich mit Gedichten im Grunde nicht mitteilen könne … Alle hätten es versucht. Rimbaud habe bekanntlich in sehr jungen Jahren schon aufgehört zu schreiben, habe sich ganz anderen Dingen zugewandt.
Für mich sei jedoch trotz aller Zweifel das Dichten immer noch das Einzige geblieben, was mich am Leben halte.

(aus: ‘Trakls letzte Tage’; zitiert von S. 38)

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Tag der kleinen, feinen und unabhängigen Verlage
»"Trakls letzte Tage" beschreibt die letzte Lebensphase des Dichters Georg Trakl (1887-1914), die dieser im „Irrentrakt“ des Garnisonshospitals in Krakau verbringt. Trakl, als „Medikamentenakzessist“ ins Heer einberufen, erlebte die „purpurne Woge“ der Schlacht bei Grodek (in der heutigen Ukraine) gleich am Beginn des Ersten Weltkriegs. Als sich ein Schwerverwundeter vor seinen Augen erschoss, wollte auch Trakl sich umbringen, wurde jedoch vorerst daran gehindert. Nun ist er „zur Beobachtung seines Geisteszustandes“ in Krakau. Seine Begleiter: Verse von Barockdichter Johann Christian Günther, Novalis,Baudelaire und Rimbaud, vor allem die Erinnerungen an seine Schwester Gretl, seinen Förderer Ludwig Ficker und, als treuerster, das Kokain.«   (Verlag)
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Foto: Lukas Beck
Bildquelle: Rezension von Hans Höller in ‚Der Standard

Du warst so froh, als Alma dir versicherte, dass die Affäre mit dem Gropius vorbei sei. Aber deine Konzerte an der Met und in der Carnegie Hall waren dieses mal nicht mehr so gut besucht wie im Jahr zuvor. Und auf einmal ging vieles schief …

(aus: ‘Mahlers Heimkehr’; zitiert von S. 83)

»"Mahlers Heimkehr" spielt im Schlafwagen eines Zuges. Gustav Mahler (1860-1911), in Amerika vor kurzem noch als Star gefeiert, findet seine Werke nun als „triviale jüdische Musik“ geschmäht. Von Krankheit und Kränkungen geplagt, wünscht er sich, dass ihm die geliebte Almschi aus den Schriften Gustav Fechners vorliest – und man ihm sein „Lied von der Erde“ auflegt. 
Die beiden Texte schrieb Walter Kappacher im Auftrag der Salzburger Festspiele. Trakls letzte Tage, mit dem „Young Directors Award“ 2014 ausgezeichnet, erscheint in einer erweiterten Lesefassung.« (Verlag)

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zu Müry Salzmann, siehe auch:

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Signum Müry Salzmann, Salzburg

»Alles atmet ruhig und die Zeit löst sich auf und wir umkreisen Landmarken und sehen mal von hier, mal von dort, mal von nah, mal von fern immerwährende Formationen: Chimney Rock, Teapot, Elaterite Butte, Lizard Rock, Dolls …  – wie eine Litanei, und loten ihre Unendlichkeit aus.«

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Motiv der Titelillustration, von Peter Rusam / Museum / 2013
Bildquelle: Gallerie Tedden

Frans Kellendonck
Buchstabe und Geist
Lilienfeld
, 2016

übersetzt von Rainer Kersten (‘Letter en Geest. Een spookverhaal’ / Querido, Amsterdam 1982)

Der Eindruck von Ordnung und Übersichtlichkeit, den das Gebäude von außen erregt, ist gelinde gesagt irreführend. „Kommen Sie!“, gebietet van Uffel und lotst Mandaat durch einen Irrgarten von Seitenflügeln und Anbauten, die mittels schiefer Treppen, Zwischengeschosse und Galerien zu Verbindungs- und Hintergebäuden führen, von ihm achtlos als „Zwiebelschuppen“ oder „Refektorium“ bezeichnet oder mit weiteren, in ihrer Bedeutung verblassten Namen belegt, vorbei an jahrhundertealten, rußgeschwärzten Porträts von Männern mit latinisierten Namen.

(aus: ‘Buchstabe und Geist’; zitiert von S. 16)

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Signum Lilienfeld, Düsseldorf
»Kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag beendet Felix Mandaat sein bisheriges verträumt-zurückgezogenes Leben, um sich endlich unter Menschen zu mischen. Als Vertretung für einen verschwundenen Kollegen tritt er eine Stelle als Bibliothekar in einer Universitätsbibliothek an und will versuchen, sich der hier arbeitenden Gemeinschaft anzupassen, was ihm nicht leichtfällt. Im Magazin der Bibliothek gehen zudem vor Mandaats Augen sehr merkwürdige Dinge vor sich, und bei der Frage, was es mit dem geheimnisvollen Verschwundenen auf sich hat, ob er krank ist oder ihm sogar etwas zugestoßen ist, hüllen sich alle – bei sonst auffälliger Mitteilsamkeit – in ein seltsam eisiges Schweigen. „Buchstabe und Geist“ gehört durch den kühl observierenden Stil, den genauen Blick fürs Detail, die subtile Ironie und die teilweise urkomischen Szenen mit den lieben Kollegen und auch den Benutzern der Bibliothek zu den typischen Werken, die Frans Kellendonk in seinem kurzen Leben zu einem der wichtigen, bleibenden Autoren der niederländischen Moderne gemacht haben.« (Verlag)

siehe auch:

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