Ernst H. Gombrich zum Geburtstag

Des Schriftstellers Almanach
Aus Petri Liukkonens Authors’ Calendar für den deutschsprachigen Leser

Heute hat Ernst H. Gombrich Geburtstag (lieferbare Bücher von ihm), – hier wieder frei übersetzt und in Auszügen zitiert von Petri Liukkonens Seite Authors‘ Calendar

österreichischer / britischer Schriftsteller zur Kunst, Verfasser von ‘Die Geschichte der Kunst’ (1950), was in 20 Sprachen übersetzt wurde. Ursprünglich war das Werk für Teenager gedacht; aber weil es dermaßen gute Einsichten bot und in großartigem Stil verfasst war, wurde es schon bald als Lehrbuch an den Universitäten verwandt. Gombrich schrieb auch Studien zur Kunst der Renaissance und zur Psychologie der bildlichen Darstellung. Sein Buch ‘Kunst und Illusion’ (1960 / dt. Phaidon 2002, vergriffen) / Art and Illusion (Princeton UP), zählte nach Sir Hugh Trevor-Roper zu den fünf oder sechs einflußreichsten Büchern, die im späten 20. Jahrhundert veröffentlicht worden waren. […]

Botticelli; La Primavera (spätes 15.Jhdt.) Uffizien, Florenz

Symbolic Images (1972) [dt.: Das symbolische Bild. Zur Kunst der Renaissance – Bd. II. / Klett-Cotta, vergriffen] versammelte Gomrichs Essays zu Botticelli, Mantegna, Raphael, Giulio Romano und Nicolas Poussin. In diesem Werk beschäftigte er sich mit mythologischen, astrologischen, allegorischen and theologischen Themen in der Kunst der Renaissance. Gombrich fand, dass es eine Erzählung von Apuleius in ‘Der goldene Esel’ war, nicht Polizianos Kurzepos ‘Stanze per la giostra’  – dass Quelle für Botticellis berühmtes Gemälde ‘La Primavera’ war. Das Gemälde hatte Generationen von Betrachtern rätseln lassen. Gombrichs These wurde von Erwin Panofsky verworfen, der zum Kreis um Aby Warburg gehörte. Warburg selbst hatte in seiner Doktorarbeit versucht, eine Verbindung zwischen Polizianos  stanze [dt: ‘Der Triumph Cupidos’] und ‘La Primavera’ aufzuzeigen.

Als der Essay nach beinahe 25 Jahren seit Erscheinen in ‘Das symbolische Bild’ nachgedruckt wurde, räumte Gombrich Vorbehalte ein: „Wie sehr ich den hypothetischen Charakter dieser Verbindung mit Apuleius betonte, habe ich es nicht besser gemacht, indem ich vermutete, dass der Bildplan von einem Missverständnis des Textes rühren könnte.“ […]

„However much I stressed the hypothetical character of this connection with Apuleius, I did not help matters by suggesting the possibility that the programme may have rested on a misunderstanding of the text.“

Gombrich heiratete Ilse Heller […]. Ihr einziger Sohn, Richard Francis Gombrich, wurde Indologe und einer der bekanntesten Gelehrten im Fach Buddhismus. Gombrichs erstes Buch, Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser (1936), das er in Wien unter großem Zeitdruck schrieb, war seiner Frau gewidtmet. Diese Einführung in die Geschichte für Kinder war ein Erfolg, aber die Nazis fanden sie „zu pazifistisch“ und unterbanden ihre weitere Verbreitung.

Dumont

Was wir aber nie vergessen dürfen ist, wie wichtig für unser Leben Toleranz, Vernunft und Menschlichkeit sind – die drei fundamentalen Prinzipien der Aufklärung

legte Gombrich seinen Lesern ans Herz. Als er 1985 das Buch zum 50jährigen Jubiläum überarbeitete, fügte er zu den ursprünglich 39 Kapiteln ein weiteres Kapitel hinzu: ‘Das Stückchen Weltgeschichte, das ich selbst erlebt habe’.

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