The Ten Thousand Things

Hope Sandrow; Island of Rinja
Vorlage für die Titelillustration bei NYRB Classics
Bildquelle: APT Institute
NYRB

Ein Roman von Maria Dermoût

Vielleicht war es im Zusammenhang mit dem Roman von Hella Haasse, Das indonesische Geheimnis, den ich im Zusammenhang mit der Frankfurter Buchmesse und den Gastländern Niederlande und Flandern beim Transit Verlag bestellt hatte; jedenfalls empfahl mir vor langer Zeit K.*, diesen Roman von Dermoût zu bestellen, der sich ebenfalls mit den Kolonien der Niederlande und deren Zerbröckeln befasst. Der Roman, De Tienduizend Dingen, war schon 1955 bei Querido erschienen. 1958 übersetzte Hans Koning ihn für Simon & Schuster, und 2002 erschien er nun in dieser Übersetzung und mit einem Vorwort von Koning in der Reihe NYRB Classics. Das ist so eine Art Ritterschlag, weswegen ich nicht gezögert habe, die Anregung von K.* aufzugreifen. Nun ist das Buch also da und lädt ein, gekauft zu werden.

* K. steht für Kunde

Sie war musikalisch und merkte sich alle Melodien – die der Tanzlieder, die der Weisen; hier schlug man noch auf die kleinen Kupferzimbeln aus seram, dem »Land am anderen Ufer«; dort blies man in die innen leuchtend orangefarbenen Tritonshörner. Einmal machte sie eine weite Reise, um einen bestimmten Sänger das herrliche »Lied der sterbenden Fische« singen zu hören, wie nur er es zu singen vermochte.

[„Die zehntausend Dinge“, übersetzt von Bettina Bach, erschienen 2016 bei dtv / zitiert von S. 18, aus der Leseprobe]

Top of a Bell in the Form of a Demon King or Guardian
12th – early 13th ct, Java
source: MET, NY

Die Stelle klingt auf Englisch so:

Those who were musical remembered the melodies of all songs, all dances; here they still used the small copper cymbals of Ceram, the „land at the other side“; there they blew on the Triton shells, which are shining orange inside; and once she had made a long trip to hear someone sing the „song of the dying fishes“ as only that man could sing it.

„The Ten Thousand Things”, 1958 translated by Hans Koning, published by NYRB Classics, 2002 / quoted from p 13]

Maria Dermoût (1888-1962)
Foto: Larry Burrows
Quelle: Nederlands Letterenfonds

Das schreibt der Verlag zum Buch (frei übersetzt):

„Die zehntausend Dinge“ ist zugleich ein Roman 
schimmernder Fremdartigkeit - und Vertrautheit. 
Es ist die Geschichte von Felizia, die mit ihrem 
kleinen Sohn von Holland zu den Molukken 
zurückkehrt, zum Haus und Garten ihrer Geburt, 
über die immer noch ihre mächtige Großmutter 
waltet. Dort findet sich Felizia eingebunden in 
eine unheimliche und gefahrvolle Welt, voller 
Mysterien und Gewalt, in der Dinge Geschichten 
erzählen, Tote kommen und gehen, und die 
Vergangenheit so mächtig wirkt wie die Gegenwart. 
1955 zuerst in Holland erschienen wurde der 
Roman von Maria Dermoût gleich als ein magisches 
Werk erkannt, wie es in niederländischen oder 
überhaupt europäischen Literatur noch nichts 
gegeben hatte. „Die zehntausend Dinge“ ist eine 
berückende Sicht auf ein fernen Lands, nahe und 
vertraut, doch auch exotisch; ein Buch, das zugleich 
Klagegesang ist und extatische Ode an die Natur 
und an das Leben.
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