Auf Jakobswegen (27)

Vierter Tag. Von Salmünster bis Gründau

Etappe 4 – Von Fulda nach Bingen Ende Juli, Anfang August 2022 / Eine Bildergeschichte


Unterwegs im Kinzigtal

Heute ging es entlang der Kinzig über den bewaldeten Höhenzug zwischen Salmünster und Gründau, eine ausgewogene Mischung aus Stadt, Dorf und Landschaft, aber einiges zu laufen.


Bevor es im Westen zur Stadt hinaus ging stärkte ich mich noch mit einem Frühstück.


Und schon grüßte die Kinzig.

Diese Gartenzierde in Neudorf, kurz vor Wächtersbach, hielt ich fest, der Störche wegen.



Vor Gelnhausen zeigten sich die Störche dann noch einmal in natura.

Der Anstieg in den Wald und dann durch Felder und Örtchen brachte mich im Nu nach Wächtersbach, wo ich dem Schloss eine Stippvisite abstattete.


Im Schlosspark
Am Schloss selbst, mit zeitgenössischen Kutschen

Vom Schloss gibt es im Netz natürlich schönere Aufnahmen, zum Beispiel auf der Schloss Wächtersbach Seite der Stadt. Dort wird auch mit einer Bilderstrecke der lange Weg der Restaurierung dokumentiert. Im Jahr 2020 ist zu sehen, wie voll der Schlossteich eigentlich sein sollte. Diesmal ist der Wasserschwund, der auf meinem Foto erkennbar ist, nicht absichtlich herbeigeführt, wie beim Kinzig-Stausee, sondern sicherlich eine Folge der trockenen Jahre. Über diese traurige Erscheinung sollte die romantische Sumpfbewachsung nicht hinwegtrösten. In der Vergrößerung erkennt man ein paar Enten im restlichen Tümpel.


Die schöne hölzerne Hans-Engelfried Brücke über die Kinzig bietet einen malerischen Blick auf ihren Nachbarn, die Eisenbahnbrücke.


Von der "Hans-Engelfried-Brücke" am Radweg nach Bad Orb bot sich einen schöner Blick auf die über 40 m hinweg freitragende Stahlkonstruktion der benachbarten Kinzig-Querung der Kleinbahnstrecke, aber auch hinab zum Fluss mit seinen sich aus Auenlehm aufbauenden Steilufern. (Heimat- und Geschichtsverein Wächtersbach)

Ob der Radfahrer-Verein die Brücke erbaut und benannt hat, konnte ich nicht ausfindig machen. Immerhin scheint Herr Engelfried tiefe Spuren hinterlassen zu haben.

Bald darauf führt der Jakobsweg entlang der Autobahn 66 mit einem kurzen Abstecher nach Wirtheim und dann in einem Schwenk nach Norden entlang der Bahngeleise zur Rechten und der Kinzig zur Linken und immer weiter im Tal entlang geradewegs durch das Örtchen Haitz vor den Toren von Gelnhausen.

Auf dem Friedhof von Gelnhausen am östlichen Ortseingang hielt ich ein Päuschen. Es gibt dort ruhige Bänke, und alles liegt grün und friedlich da, abgeschirmt vom Lärm der Straßen.


Kompass Karte Spessart, Teil 1

Hier stellte ich fest, dass mir die halbe Wanderkarte irgendwo unterwegs verloren gegangen war.


Die Kompass-Karte ist nicht laminiert, und sie war einfach am Falz durchgeschwitzt, als ich sie im Gurt stecken hatte. Gelnhausen liegt noch im verbliebenen Ausschnitt, aber da war ich ja schon. Außerdem hatte ich ja die Karte auf dem Mobil-Telefon. Aber wenn ich dort viel suchen muss, dann leert sich schnell der Akku. Das sind die Tücken des modernen Lebens.


Der Rest der Kompass-Karte. Der Jakobsweg ist gelbgrün hervorgehoben.

In die bewaldeten Höhen, die auf dem Kartenausschnitt nörlich von Gelnhausen zu sehen sind, ging es in Richtung NW mit reichlich Kurven hinauf, dann quert der Jakobsweg die Landstraße und führt sanft südlich abfallend durch Felder und Wiesen nach Gründau. Auf diesen saftigen Wiesen traf ich auch die Störche, oben im Bild, an.



Den Rest dieses Tagemarsches zu rekonstruieren fällt mir etwas schwer nach der langen Zeit. Nun glaube ich, dass der letzte Absatz reine Fiktion war; denn mich zog es zur Herberge, und ich habe ziemlich sicher den Weg westlich über die Leipziger Straße via Roth und Lieblos gewählt.


Idylle nahe Gelnhausen


Höhenweg vor Gelnhausen

– und die Türme der Stadt grüßen schon


„Die alte Straße von Frankfurt nach Leipzig“


Manchmal nutzen Bewohner ihre Parterrefenster als Ausstellungsort für Dinge, die ihnen etwas bedeuten und von denen sie gerne mitteilen möchten. Das ist ein Aspekt bürgerlichen Miteinanders, der immer mein Interesse weckt, wenn ich auch nicht jedesmal den Geschmack teile oder das Anliegen nachvollziehen möchte. Aber ich bin ein Freund der Kommunikation. Das hier war mir ein freundlicher Gruß an Reisende wie mich. Diese bunte Karte erinnert ja daran, wie sehr ich auf historischen Spuren unterwegs war, wenn auch in umgekehrter Richtung.


So kam ich also durch den Ort Lieblos.


Neben „Libelas“ sind „weitere bekannte Namen“ für diesen Ort namens Lieblos „Liblas, Livela, Libelahes, Lyebelohs, Liebeloz, Lybleleß und Lieblis„, wie man bei Wikipedia erfährt – alles eigentlich Varianten, die ich der jetzigen vorziehen würde.

Von Lieblos aus war es nur ein Katzensprung über ein paar Felder nach Gründau und dort auf geradem Weg, immer die Fuldaer Strasse entlang, zum Landgasthaus Zum Bogen, wo ich erst einmal zu Abend aß.


Es ist doch immer wieder schön, zur Nacht unter einem Dach zu sein und im Bett schlafen zu können.


Ein Kommentar zu „Auf Jakobswegen (27)

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  1. Liebe treue Leser; dieser Beitrag hatte ich versehentlich schon vor seiner Fertigstellung veröffentlicht. Es gibt also noch ein paar Fotos und Neuigkeiten zu entdecken, weiter unten. Bald kommt auch die Fortsetzung, von Gründau bis Bruchköbel. Mit Dank fürs Interesse und Gruß!

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