Charles Dickens zum Geburtstag

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Mein Lieblings – Dickens auf der Theke
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Des Schriftstellers Almanach Aus Petri Liukkonens Authors’ Calendar für den deutschsprachigen Leser

 

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Cruikshank / Sussex PhotoHistory

Es war wieder einmal Petri Liukkonen, der mich mit seinem Literaturkalender daran erinnerte, dass heute der Geburtstag von Charles Dickens ist. Hier schreibt er über die Anfänge von Dickens:

1827 bis 1828 war [Dickens) Rechtsbüro-Gehilfe und dann Stenograph bei den Doctor’s Commons [, einer freien Londoner Vereinigung von Rechtsanwälten]. Diese Jahre pflanzten in Dickens eine bleibende Leidenschaft für Journalismus und Wachsamkeit gegenüber ungerechten Gesetzen. Seine Karriere als Schriftsteller von schöner Literatur begann 1833, als seine Kurzgeschichten und Essays in Zeitschriften erschienen. ‚Ein Abendessen in Poplar Walk‘ war Dickens erstveröffentlichte Skizze. Sie erschien im Monthly Magazine im Dezember 1833. Es erfüllte ihn so mit Stolz, dass er später erzählte: „Ich lief hinunter zu Westminster Hall und kehrte dort auf eine halbe Stunde ein, weil meine Augen so vernebelt waren von Freude und Stolz, dass sie die Straße nicht ertrugen und nicht dazu taugten, dort gesehen zu werden.“ Sketches von Boz, illustriert von George Cruikshank, wurden als Buch 1836-37 veröffentlicht. Die Nachgelassenen Papiere Des Pickwick-Clubs [Die Pickwickier] erschienen monatlich in Teilen, von April 1836 bis November 1837.

[…] „From 1827 to 1828 he was a law office clerk, and then a shorthand reporter at Doctor’s Commons. […]

These years left Dickens with lasting affection for journalism and suspicious attitude towards unjust laws. His career as a writer of fiction started in 1833 when his short stories and essays to appeared in periodicals. ‚A Dinner at Poplar Walk‘ was Dickens’s first published sketch. It appeared in the Monthly Magazine in December 1833. It made him so proud, that he later told that „I walked down to Westminster Hall, and turned into it for half an hour, because my eyes were so dimmed with joy and pride, that they could not bear the street, and were not fit to be seen there.“ Sketches by Boz, illustrated by George Cruikshank, was published in book form in 1836-37. The Posthumous Papers of the Pickwick Club was published in monthly parts from April 1836 to November 1837.“ […]  (Charles Dickens, 1812 – 1870)

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Winkler Dünndruckausgabe Dickens – vergriffen, aber antiquarisch noch zu bekommen

Die Pickwickier ist eines der wenigen Bücher, die von Dickens ich noch nicht gelesen habe. Als Kind schlug ich Oliver Twist auf und las darin, fand aber keinen Zugang. Erst in den Achtzigern, als ich begann, die Welt zu sehen (das heisst, als ich aus der Provinz nach Berlin kam) folgte ich einer neuen Einladung und begann, nach und nach einen Band über den anderen der wunderbaren Dünndruck-Ausgabe (Übersetzungen von Josef Thanner, Carl Kolb, Julius Seybt, Maria von Schweinitz u. A.) der alten Winkler Weltliteratur-Ausgabe – mit den wunderbaren originalen Illustrationen von Cruikshank und Phiz – zu kaufen und zu lesen und liebte sie alle.  Am liebsten ist mir immer noch David Copperfield, und mit Micawber verbindet mich eine tiefe Zuneigung, mit seiner Begeisterung und seinem Scheitern und seiner Herzlichkeit. (Ich mag auch sehr W. C. Fields in der Rolle). Ich liebe Dickens alte Tanten und sonstigen komischen Kauze. Die lieben Mägdelein machen mich gähnen, zugegeben, aber der Schauder seiner Bösewichter packt mich noch nach Jahren – oh, dieser Uriah Heep. Huuuuh. Zu Oliver Twist fand ich natürlich auch den verdienten Zugang. Besonders gefiel mir noch Bleak House – hoffentlich kommt bei dovegreyreader ein big read dazu zu Stande.

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Phiz / public domain

Barnbaby Rudge sollte auch mehr gelesen werden in unseren Zeiten, wo Revolutionen, Aufstände und Demonstrationen solch eine Faszination ausstrahlen. Auf unserer Hausbühne gab es auch mal die Aufführung der Gerichtsszene aus A Tale of Two Cities – auch immer noch ein lesenswertes Buch. Die Bände der Winkler-Ausgaben verschenkte ich an jemand Lieben, der es mir Wert war. Sie sind heute fast gänzlich vergriffen, der Winkler Verlag ist ausgetauscht und die Buchkunst – obwohl es noch Dünndruck gibt – hat in meinen Augen sehr verloren.

Garrison Keillor schreibt noch zu Dickens in seinem Writer’s Almanac:

Nachdem er einer der berühmtesten Männer Englands geworden war, setzte Dickens seinen Reichtum und Einfluß  ein, die Oberklasse zu bewegen, den Armen zu geben. er war gegen Todesstrafe und setzte sich international für Gefängnisreform ein; er richtete Rehabilitationshäuser für ehemalige Prostituierte ein und setzte sich für öffentliche Bildung und bessere sanitäre Versorgung in England ein.  (The Writer’s Almanac, 7. Februar)

„After he became one of the most famous men in England, Dickens used his wealth and influence to convince the upper classes to give to the poor. He was also opposed to capital punishment and worked internationally for prison reform, helped set up a halfway house for former prostitutes, and promoted public education and better sanitation systems throughout England.“

Guter Mann. Guter Mann.

Von Charles Dickens sind etliche Ausgaben – deutsch und englisch – lieferbar. Aber auch vergriffene Ausgaben spüre ich gerne auf und besorge sie. Zum Beispiel die alte Ausgabe von Der Raritätenladen.

Hier ist, für den englischsprachigen Leser, noch der Hinweis zu der wunderbaren Serie Dickens and I, bei dovegreyreader scribbles. Noch eine Seite zum Entdecken in The Telegraph: The best Charles Dickens characters

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2 Kommentare zu „Charles Dickens zum Geburtstag“

  1. bust my button! Nein, das war mir nicht bekannt, zumal ich ja auch noch nicht besagten Kutscher kennengelernt habe. Ich sollte doch wirklich mal das Buch hervorkramen … Irgend was anderes von Dickens gelesen – oder im Film gesehen, saetzebirgit?

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  2. Ich habe mich auch erst letztes Jahr mal mit den Pickwickiern beschäftigt, möchte sie aber noch ein zweites Mal lesen, bevor ich was dazu sage – das war nach langer Zeit ein „Wiedereinstiegsversuch“ in die Dickensche Welt, die ich nochmal in Ruhe genießen will. Jedenfalls – Dein schöner Beitrag gibt dazu ja auch Anstoß. Und wußtest Du, dass es eine nach den Pickwickiern genannte Krankheit gibt? Das Pickwick-Synodrm: http://de.wikipedia.org/wiki/Pickwick-Syndrom

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