Aus dem Archiv: Nella Larsen im Dörlemann Verlag

larsen
NYRB, 25. April 2002, S. 18 ff

Vorlesen am Montag: Das Dritte Kapitel

Reading along the NYRB
50 Years New York Review Of Books 50 Years

Das ist das Schöne beim Dörlemann Verlag, dass er Schriftsteller für uns ausgräbt, wie beispielsweise Larsen – vorher nie von ihr gehört. In der New York Review of Books* habe ich nachgeschlagen und fand gleich einen vollen Artikel, in dem Darryl Pinckney über sie und über ihr schmales Werk schreibt. Nella Larsen gehört in den Kreis der Harlem Renaissance, und sie ist für uns heute deswegen lesenswert, weil sie sich mit der Herausforderung befasst, in der eigenen Haut zu Hause sein, wenn die Gesellschaft Normen ansetzt, denen man nicht Genüge tun kann. Das ist das Hauptthema ihres Romans Seitenwechsel. Seitenwechsel ist übersetzt für „Passing“, der Titel, unter der das Buch 1929 in New York (Bei Alfred Knopf) zuerst erschien. Passing ist der Begriff, wenn ein Nachkomme einer Mischehe zwischen Schwarzen und Weissen als Weisser „durchgeht“. Die Idiotie der Diskriminierung gebiert eine Masse an Schicksalen, und Larsen durchmisst eine gehörige Strecke des Schicksals zweier sehr unterschiedlicher Frauen in dieser Lage, Irene und Clare.

larsen
Dörlemann

Wir lasen Nella Larsen an einem Vorlese-Montag im Februar. Kanada und die USA haben den Februar zum Black History Month erklärt, und so war es ganz passend.

Der Dörlemann Verlag ist ein Schweizer Verlag und er druckt wunderbare Bücher. Dieses Jahr war im März auf der Leipziger Buchmesse die Schweiz zu Gast, zu der Zeit ironischerweise just in den Schlagzeilen mit dem erfolgreichen Bürgerentscheid zu nationaler Abschottung. Aber der Dörlemann Verlag und viele der tüchtigen Schweizer Verleger zeigen uns die gute Seite der Schweiz, und die gilt es zu stärken.

Nella Larsen
Seitenwechsel

Übersetzt von Adelheid Dormagen
Dörlemann

Das Buch kann man selbstverständlich auch erwerben. Es ist leinengebunden, liebevoll ediert und mit Leseband versehen und kostet 19,90 €.

* Viele Archivnummern der New York Review of Books, darunter die erwähnte, liegen hier im Laden zum Blättern und Schmökern im Lesewinkel bereit. Schauen Sie doch mal vorbei.

Leicht ediert. (Ursprünglich veröffentlicht im Februar 2014)


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